Pressemitteilungen

2020-02-16
Galeristen verkaufen an neue Sammler
Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE zog rund 50.000 Kunstsammler und -interessierte in die Karlsruher Messehallen. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE zog rund 50.000 Kunstsammler und -interessierte in die Karlsruher Messehallen. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE zog rund 50.000 Kunstsammler und -interessierte in die Karlsruher Messehallen. Vom 13. bis 16. Februar wurden die Hallen zum Schau- und Marktplatz für Kunst aus einer Spanne von über 120 Jahren. 210 national und international renommierte Galerien aus 15 Ländern präsentierten ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst. Der Bedeutungszuwachs der Messe zeigt sich insbesondere in der gestiegenen Teilnahme internationaler Galerien und den längeren Anreisewegen, vor allem der Erstbesucher. Viele Aussteller loben das gute Geschäft mit neuen Sammlern.

Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, erklärt den konzeptionellen Ansatz der Kunstmesse: „In Karlsruhe wird aus Leidenschaft zur Kunst gekauft. Unsere gleichbleibend hohen Besucherzahlen und die große Zufriedenheit der Besucher und Aussteller bekräftigen unser Konzept. Wir sehen uns als die vielleicht demokratischste Kunstmesse: Die art KARLSRUHE versteht es trefflich, einen Bogen zu spannen zwischen arrivierter Kunst und künstlerisch wertvollen Positionen, über die Menschen den Weg zum Sammeln finden.“ Passend dazu würdigte die Messe die Druckgrafik in diesem Jahr mit der Präsentation der Sammlung Stiftung Hans-Peter Haas, dem bedeutendsten Siebdrucker Deutschlands, die große Resonanz erfuhr.

Einen wichtigen Fokus legt die art KARLSRUHE traditionsgemäß auf die Skulptur und deren Zusammenspiel mit den anderen gezeigten Gattungen der bildenden Kunst. Kurator Ewald Karl Schrade zur Gestaltung der diesjährigen Messe: „Ich freue mich, dass wir mit unserem Konzept so erfolgreich sind. Wir haben dieses Jahr noch besser sortiert, was unsere Hallenschwerpunkte betrifft, und gleichzeitig ein harmonisches Messebild geschaffen – insbesondere durch das Zusammenspiel von zweidimensionaler Kunst und der Skulptur.“ Die traditionellen, raumgebenden zwanzig Skulpturenplätze wurden flankiert von einem Skulpturengarten im Atrium – unterstützt von der Vollack Gruppe. Die art KARLSRUHE hat außerdem zum dritten Mal den Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank vergeben. Dieser ging an den Künstler Gary Schlingheider und an die Galerie Burster (Berlin, Karlsruhe).

Skulpturenplatz von kunsthandel Osper zeigt Werke von hannes Helmke. Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Skulpturenplatz von kunsthandel Osper zeigt Werke von hannes Helmke. Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Zahlreiche Verkäufe und fachkundiges Publikum

Für die Galerie Ludorff (Düsseldorf) verlief die diesjährige art KARLSRUHE sehr erfolgreich. Manuel Ludorff: „Wir haben zwei sehr große Objekte verkauft, worüber wir sehr glücklich sind – ein großes Bild von Karin Kneffel für 180.000 Euro und von August Macke ein Aquarell für 550.000 Euro. Das sind natürlich echte Highlights, die man nicht jeden Tag verkauft. Hier trifft man eben auf Sammler, die auch Objekte in diesen Dimensionen erwerben.“ Auch der Kunsthandel Osper (Köln) freut sich über gute Verkäufe während des gesamten Messeverlaufs. Knut Osper: „Wir hatten das Glück, dass wir in den ersten zwei Stunden das teuerste Bild verkauft haben – einen Gerhard Richter für 850.000 Euro. Danach lief auch noch einiges und auch an den letzten Tagen haben wir nochmal gut verkauft.“ Sechsstellige Verkäufe im Bereich der Klassischen Moderne verzeichnet auch Thole Rotermund Kunsthandel (Hamburg).

Kirsten Floss von der Galerie Floss und Schulz (Köln) lobt insbesondere das Publikum: „Unsere Sorge ist, dass unsere Sammlerschaft veraltet. Deshalb ist es schön zu sehen, dass dieses Jahr 30- bis 40-Jährige mit Budget durch die Hallen laufen, die auch kaufen wollen. Wir haben viele eingehende Gespräche geführt, es gibt ein großes Interesse und auch neue Kunden. Wir haben bewusst auf Anbahnung gesetzt und unsere Erwartungen wurden erfüllt.“ Auch die Galerie Feldbusch, Wiesner und Rudolph (Berlin) sind mit ihrer Erstteilnahme an der art KARLSRUHE sehr zufrieden. Andreas Wiesner: „Wir haben nur an Neukunden verkauft, das ist für uns sehr wichtig. Wir hatten sehr gute Resonanz auf unsere Präsentation und werden auch wiederkommen.“

Kirsten Eggers von der Galerie König: „Wir freuen uns unglaublich, dass wir mit Annette Kelms Einzelpräsentation den art KARLSRUHE Preis für die beste One-Artist-Show gewonnen haben. Und insbesondere darüber, dass dieser Preis mit einem Museumsankauf verbunden ist. Wir haben viele unserer Sammler hier getroffen und haben außerdem zwei Arbeiten von Annette Kelm und Peter Dreher verkauft.“

Neuzugang Gad Edery von der Galerie Gadcollection aus Paris: „Dies ist meine erste Messe in Deutschland, ich sehe eine Menge toller Kunst hier, wir befinden uns in guter Umgebung und, ich muss sagen, das deutsche Publikum ist sehr an hochklassiger Fotografie interessiert. Wir konnten Einiges an Neukunden verkaufen und ein neues Publikum erreichen. Menschen aus ganz Deutschland, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und sogar aus Argentinien kamen zu unserem Stand.“

Der Bedeutungszuwachs der Messe zeigt sich insbesondere in der gestiegenen Teilnahme internationaler Galerien und den längeren Anreisewegen, vor allem der Erstbesucher. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Der Bedeutungszuwachs der Messe zeigt sich insbesondere in der gestiegenen Teilnahme internationaler Galerien und den längeren Anreisewegen, vor allem der Erstbesucher. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Starke weibliche Positionen in den Hallen und auf dem Podium

Viele Galerien brachten dieses Jahr bekannte Künstlerinnen mit nach Karlsruhe. Kunsthandel Dr. Nöth zeigte Werke von Lotte Laserstein, Galerie Friese aus Berlin hängte Arbeiten von Franziska Holstein. Galerie Cyprian Brenner stellte mit der Nadel gefilzte Skulpturen von Stefanie Ehrenfried aus. Die Werke von Helga Schmidhuber wurden mit dem Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift gewürdigt, der bereits das dreizehnte Mal auf der Messe vergeben wurde.

Auch die Talks auf der art KARLSRUHE rückten Frauen im Kunstmarkt stärker in den Fokus. Im SWR 2 Talk beschrieb Karin Kneffel ihren Weg zur Kunst: „Ich glaube schon, dass es schwieriger ist, sich als Frau durchzusetzen. Ich hatte einen Glauben an die Malerei und kam dann in die Klasse von Richter – dort hat man alles in Frage gestellt. Ich wollte einen offenen Blick auf die Welt haben und habe mir deshalb die von außen an mich herangetragenen Verbote nicht zu Eigen gemacht.“ Bildhauerin Vera Röhm diskutierte im ARTIMA art meeting über die Rolle der Kunst insbesondere für heutige, gesellschaftliche Diskurse: „Künstlerinnen und Künstler haben zweifelsohne eine besondere Verantwortung. Wir haben die Verantwortung, Werke zu machen, die eine Interpretation dieser Welt liefern und den Menschen die Möglichkeit geben, eine andere Sichtweise anzunehmen.“

In Karlsruhe besteht ein agiler Kontakt zwischen der Messe und der Stadt; ein Kulturdialog, der während der art KARLSRUHE jährlich einen Höhepunkt erreicht. Die Verleihung des Titels UNESCO City of Media Arts an die Stadt Karlsruhe Ende 2019 bestätigt das Engagement von Messe und Stadt für die Kunst. Über die Auszeichnung und die Bedeutung der Medienkunst sprach Christiane Riedel, Geschäftsführerin des ZKM (Zentrum für Kunst und Medien), in den Monopol Talks: „Das ZKM will der Prado der Medienkunst werden, damit die Menschen auch in 500 Jahren von unserer Expertise profitieren können. Das ZKM ist für die Zukunft gegründet: Wir transportieren die Vergangenheit in die Zukunft.“

Die nächste art KARLSRUHE findet vom 25. bis 28. Februar 2021 in der Messe Karlsruhe statt.

2020-02-14
art KARLSRUHE: Starke künstlerische Positionen gewürdigt
 Die Galeristin Rita Burster (Berlin, Karlsruhe) und der Künstler Gary Schlingheider dürfen sich über die diesjährige Auszeichnung mit dem Loth-Skulpturenpreis freuen. Foto:Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Die Galeristin Rita Burster (Berlin, Karlsruhe) und der Künstler Gary Schlingheider dürfen sich über die diesjährige Auszeichnung mit dem Loth-Skulpturenpreis freuen. Foto:Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Seit mittlerweile dreizehn Jahren werden auf der art KARLSRUHE (noch bis 16. Februar) der gleichnamige Preis sowie der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift verliehen. Bereits zum dritten Mal wird der Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – ausgelobt, der den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE auszeichnet.

Loth-Skulpturenpreis geht an Galeristin Rita Burster und Künstler Gary Schlingheider

Den von der L-Bank gesponserten und mit 20 000 Euro dotierten Preis vergibt die Fachjury für den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE. Die Galeristin Rita Burster (Berlin, Karlsruhe) und der Künstler Gary Schlingheider dürfen sich über die diesjährige Auszeichnung freuen. Mit dem Loth-Skulpturenpreis werden die Galerie und der Künstler gleichermaßen ausgezeichnet.

Die Fachjury begründete ihre Wahl wie folgt: „Die Jury schätzt die Leichtigkeit und Frische von Gary Schlingheiders raumbestimmenden und -definierenden farbigen Stahlelementen. Spielerisch, aber dennoch ernsthaft, öffnen und umgrenzen Schlingheiders Skulpturen Innen- und Außenräume. Sie geben dem Betrachter die Möglichkeit, sich mittels seiner Phantasie selbst neue Räume und Raumwirkungen zu erschließen. Baukastengleich können die Stabelemente an anderem Ort in unterschiedlichen Längen, Winkeln und Farben zu neuen Skulpturen gefügt werden. Dies macht es dem Künstler möglich, auf unterschiedlichste Räume einzugehen. Dabei hilft ihm ein Modellkasten mit farbigen Miniaturteilen bei seiner Skulptur-Raum-Planung. Die noch junge Galerie Burster, Berlin/Karlsruhe, hat mit viel Mut für Neues und hohem materiellem Engagement der Messe einen Kunstgenuss ermöglicht, für den wir uns alle bedanken.“ Gary Schlingheider, geboren 1983 in Detmold, lebt und arbeitet in Berlin und Ostwestfalen.

Der Skulpturenpreis ist nach dem Künstler Wilhelm Loth (1920 – 1993) benannt. 1958 wurde er als Leiter einer Bildhauerklasse an die Kunstakademie in Karlsruhe berufen, an der er seit 1960 als Professor bis zu seiner Emeritierung 1986 wirkte. Die Fachjury besteht aus Dr. Pia Dornacher (Leitung Museum Lothar Fischer, Neumarkt), Alexander Heil (Nachlassverwaltung Wilhelm Loth, Karlsruhe), Johan Holten (Direktor der Kunsthalle Mannheim) und Peter Weibel (Direktor des ZKM – Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe).

Die Galerie König und die Künstlerin Annette Kelm sind die Preisträger des artKARLSRUHE-Preises, der die beste One-Artist-Show auszeichnet. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Die Galerie König und die Künstlerin Annette Kelm sind die Preisträger des artKARLSRUHE-Preises, der die beste One-Artist-Show auszeichnet. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

art KARLSRUHE-Preis geht an Galerist Johann König und Künstlerin Annette Kelm

Die Gewinner des dreizehnten art KARLSRUHE-Preises, der gemeinsam vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe vergeben wird und mit 15 000 Euro dotiert ist, stehen fest: Der Galerist Johann König (Berlin, London, Tokio) überzeugte die Fachjury mit der One-Artist-Show der Künstlerin Annette Kelm. Die Fachjury wählte aus den 193 One-Artist-Shows der Messe die überzeugendste Einzelpräsentation. Verliehen wird der Preis am Sonntag (16. Februar) um 11:00 Uhr im ARTIMA art Forum in der dm-arena/Halle 4. Nach Ansicht der vier Jurorinnen und drei Juroren zeichnen sich Kelms Fotoarbeiten durch eine Vielschichtigkeit aus, die nach und nach aus den ästhetisch klug balancierten Szenerien ihrer Fotos hervortreten. Die Fachjury weiter: „Einzelne Details und kleine formale Irritationen führen über die unmittelbare Anschauung hinaus und öffnen den Blick für historische oder gesellschaftliche Zusammenhänge, die die eigentliche semantische Matrix der Aufnahmen bilden. So verweist etwa die Serie ‚Travertinsäulen, Recyclingpark Neckartal‘ (2019) auf die NS-Zeit und ein Bauvorhaben des späteren Rüstungsministers Albert Speer, während Arbeiten wie ‚20 Deutsche Mark‘ (2019) an mögliche Risse im Sozialgefüge der Bundesrepublik Deutschland denken lassen.“ Annette Kelm ist 1975 in Stuttgart geboren und hat ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Berlin.

Die Jury lobte die hohe Qualität der diesjährigen One-Artist-Shows und betonte die schwierige Entscheidungsfindung. Auf Anraten der Jury hat sich die Messe Karlsruhe – in Abstimmung mit Land und Stadt – dazu entschieden, zwei weitere Galerien und deren ausgestellte Künstler mit einer Anerkennung zu würdigen. Die Messe Karlsruhe vergibt ein Preisgeld von je 1 000 Euro an den Galeristen Bernd Bentler (Bonn) mit seiner One-Artist-Show des Künstlers Michael Cleff sowie an die Galerie Voss (Düsseldorf) mit der Einzelpräsentation des Künstlers Peter Uka.

Die Fachjury besteht aus Dr. Brigitte Baumstark (Direktorin Städtische Galerie Karlsruhe), Dorothee Baer-Bogenschütz (Journalistin), Anja Casser (Leiterin des Badischen Kunstvereins Karlsruhe e.V.), Michael Hübl (Journalist), Prof. Dr. Pia Müller-Tamm (Direktorin Staatliche Kunsthalle Karlsruhe), Prof. Werner Pokorny (Künstler), Michael Sieber (Staatssekretär a. D.).

Helga Schmidhuber ist die Preisträgerin des Hand Platschek Preis für Kunst und Schrift. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Helga Schmidhuber ist die Preisträgerin des Hand Platschek Preis für Kunst und Schrift. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Helga Schmidhuber erhält Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift

Zum dreizehnten Mal wurde am Donnerstag (13. Februar) auf der art KARLSRUHE der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift vergeben. Der diesjährige Einzeljuror und somit auch Laudator Alexander Klar (Direktor der Kunsthalle Hamburg) wählte in diesem Jahr die Künstlerin Helga Schmidhuber aus. „Helga Schmidhuber schafft auf sehr gesellschaftliche Art politische Kunst. In ihren Arbeiten sind die Menschen auffällig abwesend. Der Tierchorus vor dem Betrachter erinnert an das Gegenüber in der Welt. Ihre Assemblagen sind eine Mischung aus Fetisch, Altar und Endlichkeit, die von ihren Bildern zusammengehalten werden. Das Schönste an ihnen ist das Schwebende, Unerklärliche. Sie entstehen mit Zufall.“

2020-02-13
art KARLSRUHE: Starker Auftakt in den Kunstfrühling
Döbele Kunst zeigt auf dem Skulpturenplatz der Galerie Werke von Angelika Summa. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Döbele Kunst zeigt auf dem Skulpturenplatz der Galerie Werke von Angelika Summa. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

„Die art KARLSRUHE überzeugt mit ihrem Profil und uns geht es nicht um Spekulation, nicht darum, den Markt anzuheizen, sondern um die Vermittlung besonderer Werte“, mit diesen Worten eröffnete die Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, Britta Wirtz, die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE. Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, ergänzt: „Die Massen strömen jedes Jahr zur art KARLSRUHE, ohne dass es eine Massenveranstaltung ist.“ Kurator Ewald Karl Schrade betonte zur Eröffnung: „Kunst hat an Popularität gewonnen, hat aber bis heute eine breite Streuung nötig.“ Noch bis Sonntag (16. Februar) zeigen insgesamt 210 Galerien aus 15 Ländern ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst.

Noch bis Sonntag (16. Februar) zeigen insgesamt 210 Galerien aus 15 Ländern ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst. Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Noch bis Sonntag (16. Februar) zeigen insgesamt 210 Galerien aus 15 Ländern ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst. Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Gute Verkäufe bei etablierten und neuen Galerien

Die art KARLSRUHE kann auch in ihrer 17. Auflage zahlreiche renommierte Neuzugänge verzeichnen. Die Galerie Behning & Niehues von Sylt sind mit ihrem Erstauftritt in Karlsruhe sehr zufrieden. Galerie-Inhaber David Behning betont: „Wir konnten bereits eine Installation verkaufen, die eigentlich als schwer zu verkaufen galt. Das freut mich besonders. Wir haben sehr gute Gespräche geführt, es kommen sehr offene und wirklich interessierte Leute an unseren Stand.“ Die Besucherin Camilla Bonath-Voelkel bestätigt Behnings Wahrnehmung. Sie ist von den Neuzugängen der art KARLSRUHE begeistert: „Dieses Mal ist die art KARLSRUHE erfrischend neu: Neue Künstler, neue Galerien – es ist sehr spannend, durch die Hallen zu flanieren.“

Auch Bert Schlichtenmaier, Inhaber der langjährig ausstellenden Galerie Schlichtenmaier, attestiert die kauffreudige Stimmung: „Zunächst mal waren wir sehr zufrieden, von Beginn an hatten wir hervorragende Besucher am Stand. Es waren wichtige Sammler da und das Schöne war, dass es nicht beim Gespräch geblieben, sondern auch zu Verkäufen gekommen ist. Viele Sammler von jung bis alt und aus allen Regionen waren anwesend und das ist es auch, was die Lebendigkeit dieser Messe ausmacht.“

Der Galerist Dr. Michael Nöth stellt erstmals an der Messe aus und hängt u. a. Werke von Lotte Laserstein. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Der Galerist Dr. Michael Nöth stellt erstmals an der Messe aus und hängt u. a. Werke von Lotte Laserstein. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Peter Konschake, Inhaber der Galerie STP, resümiert die Preview: „Wir sind das erste Mal in der Halle 3. Es ist ein sehr fachkundiges, sehr interessiertes Publikum hier. Das merkt man auch an den Verkäufen, dass heute ein guter Tag ist. Wir haben schon Etliches verkauft und verzeichnen viele Nachfragen. Die Leute können viel sehen und viel entdecken und für jeden ist etwas dabei. Wir liegen mit den Verkäufen aktuell im fünfstelligen Bereich, da ist für eine Fotogalerie sehr gut.“

Auch auf internationaler Ebene kann die art KARLSRUHE einige Zuwächse verzeichnen. GADcollection aus Paris und Brita Prinz Arte aus Madrid sind zwei der insgesamt 59 ausländischen Galerien, die auf der diesjährigen art KARLSRUHE ausstellen. Dass sich eine erneute Messeteilnahme auszahlt, erlebt die Galerie Anna Laudel aus Istanbul. „Wir sind das zweite Mal auf der art KARLSRUHE und habe einige Künstler mitgebracht, die wir auch letztes Mal ausgestellt hatten. Durch den Wiedererkennungswert sind viele Käufer zurückgekommen und haben erneut gekauft. Wir konnten schon einige Arbeiten verkaufen und sind mit dem Publikum am Stand sehr zufrieden. Auch einige Kunsthistoriker und Kuratoren haben uns besucht“, berichtet Galerie-Inhaberin Binnaz Gül Yeter-Nakkas zufrieden.

2020-02-10
art KARLSRUHE 2020 – Klassische Moderne und Gegenwartskunst
Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner
Die 17. art KARLSRUHE - Klassische Moderne und Gegenwartskunst findet vom 13. bis 16. Februar 2020 in der Messe Karlsruhe statt. Foto: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner

Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst (13. bis 16. Februar) vereint 210 national sowie international renommierte Galerien aus 15 Ländern in den Karlsruher Messehallen. Die Hallen werden zum Jahresbeginn wieder zum Schau- und Marktplatz für Kunst aus einer Spanne von über 120 Jahren. Ein wichtiger Fokus der Kunstmesse liegt auf der dreidimensionalen Kunst. Die traditionellen, raumgebenden zwanzig Skulpturenplätze werden erstmalig flankiert von einem Skulpturengarten im Atrium – gesponsert von der Vollack Gruppe. Die art KARLSRUHE vergibt außerdem zum dritten Mal den Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank.

Die Sonderausstellung der Stiftung Hans-Peter Haas – Serigraphien großer Meister von Ackermann bis Vasarely zeigt, wie der Siebdrucker Hans-Peter Haas (HPH) mit sicherem Blick eine Sammlung druckgrafischer Werke aufgebaut hat, aus der auf der art KARLSRUHE rund 100 Werke gezeigt werden. In direkter Nähe zur Sonderschau Druckgrafik, die 2020 bereits zum vierten Mal stattfindet und für die aus Einreichungen der ausstellenden Galeristen Werke juriert und angeboten werden.

2020 zeigen die ausstellenden Galerien vermehrt weibliche Positionen: Arbeiten von bedeutenden Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die zwar Kunstgeschichte mitgeschrieben haben, doch jahrzehntelang von den Museen und teils auch vom Kunsthandel vernachlässigt wurden. Das gilt beispielsweise für die Malerin Lotte Laserstein, die beim erstmals ausstellenden Galeristen Dr. Michel Nöth (Ansbach) im Programm ist oder auch für die Bildhauerin Renée Sintenis, vertreten von der Galerie Ludorff (Düsseldorf).

Für Werke der klassischen Moderne haben sich wieder viele Galeristen entschieden, so dass diese Kunst-Epoche insgesamt stark vertreten ist. Von Lovis Corinth über Max Ernst bis zu Pablo Picasso. International renommierte Galerien der klassischen Moderne wie Cortina (Barcelona) und Gilden’s Art Gallery (London) bringen Spitzenwerke mit. Einen weiteren Schwerpunkt werden Arbeiten der Zero-Bewegung bilden. Allein Heinz Mack und Otto Piene stehen im Fokus von jeweils acht bis zehn Ausstellern. Im Bereich der Gegenwartskunst wird ebenfalls höchste Qualität gezeigt. Viele amerikanische Künstler sind diesmal vertreten, beispielsweise Christo, Julian Schnabel, Cindy Sherman und Richard Serra. Auch Werke der Pop-Artisten stehen zur Verfügung, ob Roy Lichtenstein oder Robert Rauschenberg oder James Rosenquist. Sieben Galerien werden Werke von Andy Warhol zeigen.

Allergrößtes Sammler-Interesse werden einmal mehr die Bilder von Gerhard Richter finden. Der weltweit geschätzte Maler aus Deutschland, wird überwiegend von Ausstellern aus dem Rheinland, darunter Bernd Bentler (Bonn) und die Kunsthandlung Osper (Köln) vertreten. Außer Gerhard Richter sind viele weitere bekannte Künstler der Gegenwart mit Werken vertreten, beispielsweise Georg Baselitz, Miriam Cahn, Katharina Grosse, Jürgen Klauke oder Karin Kneffel.

Mit Werken frisch aus den Ateliers warten die Aussteller im Bereich ContemporaryArt 21 auf. Beispielsweise wird The View dem Künstler Stefan Bircheneder eine One-Artist-Show widmen. Zeitgenössisches findet man aber auch bei der Galerie Mirko Mayer, der seinem Künstler Moritz Karweick eine One Artist Show ausrichtet.

2020-01-29
Interview mit Kurator Ewald Karl Schrade
Kurator Ewald Karl Schrade

Frage: Wie würden Sie die von Ihnen und der Messe Karlsruhe bereits 2004 gegründete art KARLSRUHE charakterisieren? Was zeichnet diese Kunstmesse aus?

Ewald Karl Schrade: Wir haben uns von Anfang an auf den Gedanken eingelassen, dass die Gegenwartskunst ohne die Klassische Moderne nicht vorstellbar ist, dass das Zeitgenössische seine Wurzeln in jener Bilderwelt hat, die Anfang des vergangenen Jahrzehnts vor allem in der Auseinandersetzung mit sichtbarer Wirklichkeit entstand. So können wir mittlerweile 120 Jahre Kunst präsentieren, eben die art KARLSRUHE, die vom Expressionismus über Informel, Pop und ZERO bis zu allerjüngsten Strömungen nichts auslässt.

Frage: Wenn von rund 1 500 Künstlern, vertreten durch 210 Galerien aus 15 Ländern, in vier Messehallen gewiss Tausende von Kunstwerken zu sehen sind, besteht dann nicht die Gefahr, dass die Besucher und vor allem die Sammler maßlos überfordert sind?

Ewald Karl Schrade: Die Gefahr bestünde, wenn wir nicht darauf achten würden, das Angebot zu strukturieren und Orientierung anzubieten. Wir tun das auf allen Ebenen. So bietet die art KARLSRUHE in ihren Hallen jeweils stilistische Schwerpunkte, freilich nicht allzu streng voneinander abgegrenzt, sondern mit der gebotenen Durchlässigkeit. Denn die Kunst selbst findet oft im Übergang der Themen und Disziplinen statt. Und natürlich gibt es – vom übersichtlichen Hallen-Plan über Führungen bis zum hilfreichen Messe-Magazin – reichlich Information, wo was zu finden ist.

Frage: Und was tun Sie, um das umfangreiche Angebot der Aussteller in den einzelnen Hallen zu ordnen? Gibt es da ebenfalls ein Erfolgsrezept, das die art KARLSRUHE ja offenbar hat, wenn sie pro Messe rund 50 000 Besucher zählt?

Ewald Karl Schrade: Jeder Aussteller ist natürlich selbst für seine Stand-Präsentation verantwortlich. Aber ich habe einst zwei wesentliche Gestaltungselemente vorgegeben, die sich auch in diesem Jahr bewähren werden. Erstens: Dank der breiten Gänge und der stets vielbeachteten Skulpturenplätze, die in allen vier Hallen zu entdecken sind, bietet der Rundgang genug Freiraum, auch Orte der Kontemplation. Zweitens: Mit den zahlreichen One-Artist-Shows, die unsere Aussteller gerne an ihren Ständen einrichten, erhält die art KARLSRUHE ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Es zeichnet sich – bei aller Vielfalt – durch eine gewisse Dichte aus, weil einzelne Künstler stark vertreten sind.

Frage: Zum besonderen Charakter der von Ihnen kuratierten und von einem Beirat mitgestalteten Messe gehört Jahr für Jahr großes Engagement, Anregungen zum Sammlungsaufbau zu geben. Was steckt dahinter, wie verwirklichen Sie das Ziel?

Ewald Karl Schrade: In der Tat ist es uns ein Anliegen, dass die Besucher gerne auf dieser Messe einkaufen und die Aussteller folglich gute Umsätze machen können. Mit der groß inszenierten Sonderausstellung einer Privatsammlung (diesmal die Stiftung von Hans-Peter Haas) vermitteln wir, wie bedeutende Kollektionen zusammengestellt werden können, wie sie wachsen. Und mit der Sonderschau Druckgrafik geben wir auch jüngeren Sammlern, den Einsteigern, reichlich Gelegenheit, in Halle 1 preisgünstige Auflagenkunst zu erwerben.

Frage: Auffällig ist, dass die 17. art KARLSRUHE viel Einsatz in Sachen Skulptur zeigt, noch mehr als bislang. Hat das einen besonderen Grund?

Ewald Karl Schrade: Natürlich wird auf der art KARLSRUHE auch weiterhin die Malerei eine entscheidende Rolle spielen, Druckgrafik, Zeichnung und Fotografie inklusive. Aber weil wir, unterstützt vom Sponsor Vollack Gruppe, im begrünten Innenhof der Messe den neuen Skulpturengarten präsentieren werden, wollten wir die anderen Aktivitäten dreidimensionaler Herkunft ebenfalls besonders ins Licht rücken, darunter die schon erwähnten Skulpturenplätze, die nun zum dritten Mal im Fokus des von der L-Bank mit 20 000 Euro dotierten Loth-Skulpturenpreises stehen, sowie das ARTIMA art meeting am 13. und am 14. Februar, diesmal der Skulptur und der Kunst im öffentlichen Raum gewidmet. Unter den Podiumsgästen werden Felix Krämer, der Generaldirektor des Museums Kunstpalast in Düsseldorf, sowie die Bildhauer Olaf Metzel und Vera Röhm sein.

Frage: Apropos Kunstpreise – drei sollen auch 2020 auf der art KARLSRUHE vergeben werden. Welche?

Ewald Karl Schrade: Der genannte Loth-Skulpturenpreis, den zuletzt Jörg Bach und die Galerie Wohlhüter erhielten, im Jahr zuvor Joana Vasconcelos und die Galerie Scheffel, sowie der art KARLSRUHE-Preis, der von Stadt und Land mit 15 000 Euro dotiert ist und Ankäufen für die art KARLSRUHE-Collection dient. Außerdem wird auch diesmal der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift vergeben. Hier steht die Preisträgerin bereits fest: Helga Schmidhuber, ausgewählt vom Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alexander Klar.

2020-01-29
Interview mit Messechefin Britta Wirtz
Messechefin Britta Wirtz
Messechefin Britta Wirtz

Frage: Klassische Moderne und Gegenwartskunst, Malerei und Skulptur, Übersichten und One-Artist-Shows, drinnen und draußen – es scheint so, als würde die art KARLSRUHE auf einem dialektischen Bogen veranstaltet werden. Ist das so?

Britta Wirtz: Es sind weniger die Gegensätze, die uns interessieren. Es sind eher die Gemeinsamkeiten im Spannungsfeld der Zeiten, Themen und Räume, die diese Messe seit vielen Jahren prägen. Gleichwohl bleiben wir in Bewegung, diesmal auch auf der von Ihnen genannten Achse „drinnen/draußen“, indem wir zusätzlich einen Skulpturengarten eröffnen, gesponsert von der Vollack Gruppe.

Frage: Welche Neuigkeiten gibt es zudem? Ist Ihnen als Messechefin im diesjährigen Angebot der Aussteller etwas Besonderes aufgefallen? Gibt es einen Trend, durch die Kunst selbst oder den Kunstbetrieb ausgelöst?

Britta Wirtz: Es lässt sich weltweit auf Messen und Auktionen, in Galerien und Museen beobachten, dass die Kunst von Künstlerinnen endlich die verdiente Anerkennung erfährt, dass der zuvor verengte Blick geweitet wird. So kann ich erfreut bestätigen, dass wir die 17. art KARLSRUHE auch als eine Messe weiblicher Positionen sehen können. Zahlreiche Galeristen kümmern sich verstärkt um Arbeiten von Malerinnen und Bildhauerinnen, und es wird folglich auch reichlich Kunst von renommierten Künstlerinnen geben, darunter Francoise Gilot, Hannah Höch, Käthe Kollwitz, Lotte Laserstein und Tamara de Lempicka. Aber auch die folgende Generation ist stark vertreten. Von Miriam Cahn über Katharina Grosse bis Cindy Sherman – gewissermaßen ein Who’s Who der großen Namen.

Frage: Zu den großen Namen, die auf der diesjährigen art KARLSRUHE auftauchen, gehören erstaunlich viele Doppelbegabungen, beispielsweise Schauspieler, Schriftsteller oder Musiker, die auch malen oder modellieren. Wie kommt das?

Britta Wirtz: Es ist in der Tat so, dass unsere Aussteller jetzt mit vielen kreativen Grenzgängern auftrumpfen, die zusätzliche Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erwarten lassen. So sind Arbeiten der Literatur-Nobelpreisträger Bob Dylan und Peter Handke angekündigt, so werden die Musiker Till Brönner und Helge Schneider ihre Fotografien oder Objekte ausstellen. Vor Tagen erinnerte ich in einem Gespräch daran, dass wir in Karlsruhe seit langem per Vergabe des Hans Platschek Preises für Kunst und Schrift signalisieren, wie bedeutsam Synergie-Effekte auch im künstlerischen Schaffen sind – zumal es vorrangig um Inhalte, nicht um Techniken geht.

Frage: Unwichtig sind Ihnen die bildnerischen Techniken freilich nicht, wenn Sie beispielsweise per Sonderschau Druckgrafik von der Radierung und der Lithografie über den Holzschnitt bis zum Siebdruck sämtliche Möglichkeiten in herausragenden Exponaten präsentieren lassen, oder?

Britta Wirtz: Das stimmt. Aber wichtiger ist mir, dass die von Ausstellern in dieser Übersicht präsentierten Editionen auch jüngeren Messe-Besuchern, die noch mit bescheidenen Mitteln einkaufen müssen, die Chance geben, etwas zu erwerben, eine Sammlung aufzubauen. Denn die art KARLSRUHE ist eine Messe, die im Blick nach vorn entwickelt wird, die an die Sammler von morgen denken muss.

Frage: Zum Jahreswechsel 2019/2020 haben einige Kunstkritiker eine eher skeptische Bilanz gezogen. Sie sind, bezogen auf den internationalen Kunstmarkt und seine Entwicklung im dritten Jahrzehnt, auffällig vorsichtig. Wie lautet Ihre Prognose, wie sehen Sie die Zukunft der Kunstmärkte?

Britta Wirtz: Wenn ich bedenke, dass der Umsatz der Kunsthändler, weltweit betrachtet, in den vergangenen zehn Jahren nur rund neun Prozent zugelegt hat, sich das Vermögen der reichsten Menschen aber in dieser zurückliegenden Dekade verdoppelt hat, dann lässt sich die Zukunft der Branche leider nicht allzu euphorisch beschreiben. Zweifelsfrei haben einige wenige, wohl maßlos überzogene Höchstpreise für Gegenwartkunst, um die 90 Millionen Dollar, für eine Verzerrung der Zahlen gesorgt. Wir bilden mit der art KARLSUHE aber nicht den hochspekulativen Markt ab.

Wir verstehen uns vielmehr als die vielleicht demokratischste, sozialste Kunstmesse im deutschsprachigen Raum: wir fördern durch niedrigschwellige, aber künstlerisch wertvolle Angebote, dass Menschen zum Kunstbesitzenden werden. Denken wir hier an die Druckgrafik, die ja in diesem Jahr erstmals nicht nur mit der Sonderschau bedacht wird, sondern auch mit der Präsentation der Sammlung Stiftung Hans-Peter Haas, dem wohl bedeutendsten Siebdrucker Deutschlands. In Halle eins sind ebenso die Multiples zu Hause. Auch durch ein solches Angebot wird der Kunstbesitz Vielen ermöglicht. Und: Kunstbesitz macht etwas mit den Menschen. Sie werden zum Fühlen und Denken angeregt. Ganz im beuysschen Sinne liefern wir hier einen Beitrag, und der ist in einer von Demokratie und Recht geprägten Stadt wie Karlsruhe gerade gut aufgehoben.

Frage: Trotzdem müssen Galeristen verkaufen und auf ihre Kosten kommen. Was empfehlen Sie?

Britta Wirtz: Es geht grundsätzlich um ein vernünftiges Maß bei der Preisbildung. Und ich bin froh, dass unser Kurator, Ewald Karl Schrade, der zugleich selbst als Galerist tätig ist, seine Kollegen immer wieder animiert, dabei behutsam zu rechnen. Zwar werden auch auf der art KARLSRUHE durchaus Werke über der Millionen-Grenze angeboten, doch alles in allem beobachte ich hier eine moderate Preisgestaltung in allen Segmenten. Das ist gut so, das dürfte auch ein Grund sein, warum wir in den kommenden Tagen erneut rund 50 000 Besucher erwarten dürfen. Die art KARLSRUHE, so hat es sich herumgesprochen, bietet Herausragendes zu angemessenen Preisen. Und es dreht sich, zum Glück, primär alles um die Kunst. Klartext: Schönheit und Erkenntnis vor Rendite und Spekulation.

2020-01-15
Hans Platschek Preis 2020 geht an Helga Schmidhuber

Dieser erinnert an den vor 20 Jahren verstorbenen Maler und Schriftsteller Hans Platschek, einer der bedeutenden Vor- und Nachdenker, aber auch Kritiker künstlerischer Positionen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Stiftung wurde vom Hamburger Anwalt Kurt Groenewold gegründet und der Vorstand besteht derzeit neben ihm aus Bettina Steinbrügge (Kunstverein Hamburg) und Sebastian Giesen (Hermann-Reemtsma-Stiftung). Im letzten Jahr erhielt Monica Bonvicini den Preis und folgte damit auf Preisträger wie Justin Almquist (2016), Jonathan Meese (2017) oder auch Michael Kunze (2018). Der diesjährige Einzeljuror und somit auch Laudator Alexander Klar (Kunsthalle Hamburg) wählte in diesem Jahr die Künstlerin Helga Schmidhuber aus.

Die 1972 in Wiesbaden geborene Künstlerin studierte Kommunikationsdesign in Wiesbaden und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Dieter Krieg und Albert Oehlen, dessen Meisterschülerin sie ist. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. Markus-Lüpertz-Preis, Preis der Freunde und Förderer der Kunstakademie Düsseldorf und 1. Preis Max-Ernst-Stipendium, Brühl.

Die Arbeiten von Helga Schmidhuber sind als Zyklen und größere Werkgruppen aufgebaut, im Zentrum steht die Malerei, wobei es ihr darum geht, die Möglichkeiten des Malerischen zu erkunden und „akute, selbstverursachte Probleme zu lösen“. Bild- und Realitätsebenen, malerische und graphische Elemente verschränken und überlagern sich zu Deformationen und Verfremdungen.

Die Arbeiten von Helga Schmidhuber werden im Dialog mit ausgewählten Bildern von Hans Platschek am Stand der Stiftung in Halle 1 auf der art KARLSRUHE ausgestellt. Darüber hinaus findet am Donnerstag (13. Februar, 17 Uhr) die Preisverleihung auf der art KARLSRUHE im ARTIMA art Forum statt.

Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank - zum dritten Mal ausgelobt

Auf der letztjährigen art KARLSRUHE durfte sich Jörg Bach, vertreten von der Galerie Wohlhüter (Leibertingen-Thalheim), über den zum zweiten Mal vergebenen Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – freuen. Den mit 20 000 Euro dotierten Preis vergibt eine Fachjury auch auf der art KARLSRUHE 2020 an einen der insgesamt 20 Skulpturenplätzen. Diese zählen zu den unverwechselbaren Eigenheiten der Kunstmesse. Mit dem Preis werden die Galerie und der Künstler gleichermaßen ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am Freitag (14. Februar 2020, 17 Uhr) im ARTIMA art Forum statt.

Preis für die beste One-Artist-Show

Seit 2008 wird jährlich auf der art KARLSRUHE der gleichnamige Preis für die beste One-Artist-Show der Messe vergeben. Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Karlsruhe würdigen damit gleichermaßen einen Künstler und einen Galeristen für die beste One-Artist-Show, welche eine Fachjury auswählt. Im Gegenwert von 15 000 Euro werden Werke aus der ausgezeichneten Einzelpräsentation für die art KARLSRUHE-Collection erworben, die die Städtische Galerie Karlsruhe verwaltet. Letztjährige Preisträgerin war die Künstlerin Myriam Holme mit ihrem Galeristen Bernhard Knaus (Frankfurt). Die Preisverleihung findet am Sonntag (16. Februar, 11 Uhr) im ARTIMA art Forum statt.

2020-01-15
art KARLSRUHE feiert die Skulptur
Skulptur des Künstlers Daniel Wagenblast
Skulptur ist stark im Fokus der kommenden art KARLSRUHE. Auch der Künstler Daniel Wagenblast, dem die Galerie Burster (Karlsruhe/Berlin) 2019 einen Skulpturenplatz widmete, ist wieder dabei. (Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner)

Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst (13. bis 16. Februar) vereint 210 national sowie international renommierte Galerien aus 15 Ländern in den Karlsruher Messehallen. Die Hallen werden zum Jahresbeginn wieder zum Schau- und Marktplatz für Kunst aus einer Spanne von über 120 Jahren.

„Mitten im Sammlerland Baden-Württemberg schafft die Messe Karlsruhe jeweils zum Jahresbeginn für fünf Tage einen Hot Spot für die Kunst“, erläutert Messechefin Britta Wirtz. „Die letztjährige Verleihung des Titels UNESCO City of Media Arts an die Stadt Karlsruhe bestätigt uns in unserem Engagement für die Kunst“, ergänzt Britta Wirtz.

Die traditionellen, raumgebenden zwanzig Skulpturenplätze werden erstmalig flankiert von einem Skulpturengarten im Atrium – gesponsert von der Vollack Gruppe. Und um das Thema Skulptur noch stärker in den Fokus zu rücken, befragt Moderator Carl Friedrich Schröer beim 15. ARTIMA art meeting die Bildhauer Olaf Metzel und Vera Röhm zu den Herausforderungen ihres künstlerischen Schaffens und spricht mit Galerist Christian K. Scheffel über seine Leidenschaft für Dreidimensionales. Karl Ewald Schrade, Kurator der Messe von Anbeginn, dazu: „Ich habe mich immer sehr für die dreidimensionale Kunst eingesetzt und freue mich deshalb außerordentlich, dass wir im Rahmen des Skulpturen-Schwerpunkts den Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – zum dritten Mal vergeben können. Und das im Jahr des 100. Geburtstages von Wilhelm Loth.“

Sonderausstellung der Stiftung Hans-Peter Haas – Serigraphien großer Meister von Ackermann bis Vasarely

Max Ackermann, Josef Albers, Christo, Lucio Fontana, HAP Grieshaber, Robert Indiana, Roy Lichtenstein, Günter Fruhtrunk, Niki de Saint Phalle, Otto Piene, Tom Wesselmann – die Liste der Künstler, für die der Siebdrucker Hans-Peter Haas (HPH) seit Ende der 50er Jahre arbeitete, ist lang. Bereits der Maler und Bildhauer Heinz Mack urteilte: „HPH ist der Drucker für die Künstler – und der Künstler unter den Druckern.“ Und mit sicherem Blick hat Haas, der 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, eine Sammlung druckgrafischer Werke aufgebaut, aus der auf der art KARLSRUHE rund 150 Werke gezeigt werden. In direkter Nähe zur Sonderschau Druckgrafik, die 2020 bereits zum vierten Mal stattfindet und für die aus Einlieferungen der ausstellenden Galeristen Werke juriert und angeboten werden.

Einblick in das Programm der Aussteller

Die 210 Aussteller aus 15 Ländern werden in den vier Messehallen das breite Spektrum herausragender Kunstwerke vergangener 120 Jahre bieten, aber auch besondere Schwerpunkte setzen.

Etliche Galeristen haben sich dazu entschieden, Arbeiten von bedeutenden Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts mit nach Karlsruhe zu bringen. Von Künstlerinnen, die zwar Kunstgeschichte mitgeschrieben haben, doch jahrzehntelang von den Museen und teils auch vom Kunsthandel vernachlässigt wurden. Das gilt beispielsweise für die Malerin Lotte Laserstein, die beim erstmals ausstellenden Galeristen Dr. Michel Nöth (Ansbach) im Programm ist oder auch für die Bildhauerin Renée Sintenis, vertreten von der Galerie Ludorff (Düsseldorf). Nöth und Ludorff gehören – zusammen mit dem Kunstkontor Dr. Doris Möllers (Münster) – zu den Ausstellern, die auch Werke von Gabriele Münter im Gepäck haben. Bei Galerie St. Gertrude (Hamburg) wird Hannah Höch gezeigt und bei Varfok (Budapest) Francois Gillot. Weitere Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts wie Tamara de Lempicka und Käthe Kollwitz sind bei Eggerbauer (Köln) und Koch-Westenhoff (Lübeck) vertreten.

Für Werke der klassischen Moderne haben sich wieder viele Galeristen entschieden, so dass diese Kunst-Epoche insgesamt stark vertreten ist. Von Lovis Corinth über Max Ernst bis zu Pablo Picasso, der allein bei 13 Galerien zu sehen ist und dem die Galerie Klaus Benden (Köln) eine One-Artist-Show widmet, hin zu Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner und bis zu Joan Miró: Keiner der bekannten Vertreter wird fehlen. International renommierte Galerien der klassischen Moderne wie Cortina (Barcelona), Gilden’s Art Gallery (London) und Schwarzer (Düsseldorf) bringen Spitzenwerke mit.

Einen weiteren Schwerpunkt werden Arbeiten der Zero-Bewegung bilden. Allein Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker stehen im Fokus von jeweils acht bis zehn Ausstellern. Uecker, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, widmet die Galerie Dorothea van der Koelen eine One-Artist-Show.

Im Bereich der Gegenwartskunst wird ebenfalls höchste Qualität gezeigt. Viele amerikanische Künstler sind diesmal vertreten, beispielsweise Christo, Alex Katz, Jeff Koons, Julian Schnabel, Cindy Sherman und Richard Serra.

Auch Werke der Pop-Artisten stehen zur Verfügung, ob Roy Lichtenstein oder Robert Rauschenberg, ob James Rosenquist oder Tom Wesselmann. Sieben Galerien werden Werke von Andy Warhol zeigen.

Allergrößtes Sammler-Interesse werden einmal mehr die Bilder von Gerhard Richter finden. Der weltweit geschätzte Maler aus Deutschland, von einem halben Dutzend Galerien angekündigt, wird überwiegend von Ausstellern aus dem Rheinland, darunter Bernd Bentler (Bonn) und die Kunsthandlung Osper (Köln) vertreten. Aber auch die Galerie Hegau Bodensee bringt einen Richter mit nach Karlsruhe.

Außer Gerhard Richter sind viele weitere bekannte Künstler der Gegenwart mit Werken vertreten, beispielsweise Georg Baselitz, Miriam Cahn, Katharina Grosse, Jürgen Klauke, Karin Kneffel, Imi Knoebel, Markus Lüpertz, Julian Opie, Neo Rauch, Anselm Reyle, Sean Scully oder Daniel Spoerri.

Mit Werken frisch aus den Ateliers warten die Aussteller im Bereich ContemporaryArt 21 auf. Beispielsweise wird The View dem Künstler Stefan Bircheneder eine One-Artist-Show widmen. Und die Galerie Tobias Schrade bespielt einen Skulpturenplatz mit den wunderbaren Vogel-Gestalten von Matthias Garff. Zeitgenössisches findet man aber auch in Halle 1 bei der Galerie Mirko Mayer, der seinem Künstler Moritz Karweick eine One Artist Show ausrichtet.

Die kommende art KARLSRUHE wird vermehrt Fotografien, Zeichnungen, Bilder und Objekte von Künstlern anderer Sparten präsentieren, etwa von Musikern, Schauspielern und Schriftstellern. Werke des Musikers und Komponisten Michael Patrick Kelly sind am Stand von Artstar zu haben und Bob Dylan, Blues-Legende und Dichter, der bereits 2016 mit dem Nobelpreis geehrt wurde, gibt es bei Premium Modern Art (Heilbronn). Fotografien von Dieter Nuhr werden bei der Galerie Obrist (Essen) angeboten, und der weltberühmte Jazz-Trompeter Till Brönner zeigt sein fotografisches Werk am Stand der Galerie Alexander Ochs Private (Berlin).

2019-12-05
Ein Festival des Dreidimensionalen

Skulptur im Fokus der art KARLSRUHE 2020

Damals waren es neun Skulpturenplätze, die von ausgewählten Galerien beschickt wurden. Vom 13. – 16. Februar nächsten Jahres werden es 20 Skulpturenplätze sein, die raumgebende Situationen in die hohen, lichtdurchfluteten Hallen bringen und Plätze der Kontemplation zwischen den Messekojen schaffen. Von Beginn an erforderten diese raumgreifenden Kunstwerke, welche stets den Dialog mit der Architektur suchen, einen erheblichen logistischen Aufwand.

Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – wird zum dritten Mal vergeben

Skulptur von Jörg Bach, Preisträger des Loth-Skulpturenpreises 2019
Preisträger des Loth-Skulpturenpreises 2019 war der Künstler Jörg Bach (Galerie Wohlhüter) (Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner)

Um das Engagement der Galeristen und Bildhauer zu würdigen, die alljährlich diese Skulpturen nach Karlsruhe bringen, wurde 2018 der Loth-Skulpturenpreis, der von der L-Bank, Staatsbank für Baden-Württemberg, gesponsert wird, ins Leben gerufen. Benannt ist der Preis nach dem Karlsruher Akademieprofessor Wilhelm Loth (1920 bis 1993). Eine kompetent besetzte Jury, in der auch 2020 erneut Museumsdirektoren vertreten sind, begutachtet sämtliche Installationen – und hat bereits 2018 mit Joana Vasconcelos (Galerie Scheffel, Bad Homburg) und 2019 mit Jörg Bach (Galerie Wohlhüter, Leibertingen-Thalheim) wiederholt eine überzeugende Wahl getroffen.

Dass der Loth-Skulpturenpreis stets reichlich Aufmerksamkeit erzeugt, hat zweifellos auch damit zu tun, dass er stattlich dotiert erscheint. Die L-Bank stellt erneut 20 000 Euro Preisgeld zur Verfügung, das gleichermaßen dem Künstler und Galeristen zugutekommt.

Die offizielle Verleihung findet am Freitag, 14. Februar 2020, 17 Uhr, im ARTIMA art Forum in der dm-arena statt.

Skulpturengarten – gesponsert von der Vollack Gruppe – im Atrium

Skulptur von Herbert Mehler
Es gibt 20 der raumgebenden Skulpturenplätze auf der Messe; hier ein Ausschnitt einer Skulptur von Herbert Mehler (Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner)

Neben den in die Hallen integrierten Skulpturenplätzen wird der Skulpturengarten – gesponsert von der Vollack Gruppe – im Atrium der Messe Karlsruhe entstehen und einen weiteren Baustein für das Festival des Dreidimensionalen bilden. Der Skulpturengarten widmet sich ausschließlich Außenplastiken und ergänzt den Rundgang im Innenhof des Messegeländes. Gezeigt werden Skulpturen von ausstellenden Galerien, die auch in der Messe einen Skulpturenplatz bespielen.

Die Karlsruher Vollack Gruppe – Experten für methodische Planung, den Bau sowie für die Revitalisierung nachhaltiger, energieeffizienter Gebäude – mit bundesweit mehreren Standorten ermöglicht als Sponsor den Skulpturengarten und verleiht damit dem eigenen Engagement im Bereich Kunst und Kultur weitere Strahlkraft.

ARTIMA art meeting zum Thema Skulptur

Dank der Kunstversicherung der Mannheimer Versicherungen, die auch 2020 mit einem Informationsstand in Halle 3 der art KARLSRUHE vertreten sein wird, findet alljährlich die Gesprächsreihe ARTIMA art meeting im gleichnamigen Forum in der dm-arena der Messe Karlsruhe statt. Ob Kunstproduktion oder Kunstrezeption, ob Kulturpolitik oder Marktentwicklungen: Seit 15 Jahren werden sämtliche Branchenthemen nach und nach per Podiumsdiskussion oder Einzelgespräch erörtert. Konzipiert von Lindinger + Schmid, vermittelt die Veranstaltungsreihe mithin einen tiefen Einblick in den Kunstbetrieb, und prominente Fachleute sorgen mit markanten Statements für Gesprächsstoff.

Moderator Carl Friedrich Schröer, Kunstkritiker aus Düsseldorf, wird diesmal am 13. und am 14. Februar 2020, jeweils um 13 Uhr und um 15 Uhr, mit seinen Talkgästen über das Thema Skulptur sprechen. Die Besetzung des Podiums ist einmal mehr hochkarätig ausgefallen. Am ersten Messetag wird beispielsweise der Bildhauer Olaf Metzel, der im Dialog mit Schröer seine Erfahrungen im öffentlichen Raum einbringen will, zu Gast sein. Am zweiten Messetag, 14. Februar, werden die Künstlerin Vera Röhm sowie Messe-Kurator Ewald Karl Schrade und Beirat-Mitglied Christian K. Scheffel, Initiator der Skulpturen-Biennale “Blickachsen“, auftreten und ihrerseits über die dreidimensionale Kunst berichten.

2019-11-12
Serigraphien großer Meister von Ackermann bis Vasarely

Sonderausstellung der Sammlung der HPH Stiftung

Unverkennbar ein Wassily Kandinsky: das 1939 entstandene Werk als HPH-Siebdruck für das Deutsche Kinderhilfswerk Foto: Jürgen Burkhardt
Unverkennbar ein Wassily Kandinsky: das 1939 entstandene Werk als HPH-Siebdruck für das Deutsche Kinderhilfswerk Foto: Jürgen Burkhardt

Auf Sonderausstellungen wie die der Sammlung Würth (2017), Frieder Burda (2018) oder Peter C. Ruppert (2019) folgt in 2020 eine Präsentation, die sich speziell dem Medium der Druckgrafik widmet: die Sammlung der HPH Stiftung – Serigraphien großer Meister von Ackermann bis Vasarely. Gezeigt werden rund 100 Arbeiten von international erfolgreichen Künstlern.

HPH – Der Künstler unter den Druckern

Hans-Peter Haas bei der Arbeit in seinem Atelier. Foto: Jürgen Burkhardt
Hans-Peter Haas bei der Arbeit in seinem Atelier. Foto: Jürgen Burkhardt

Hans-Peter Haas (HPH), der 1935 in Stuttgart geboren wurde, lernte den Siebdruck bei Luitpold Domberger, dem Pionier des künstlerischen Siebdrucks. Bereits in jungen Jahren wurde HPH vom Virus Kunst erfasst: Seit über 60 Jahren arbeitet er mit international bekannten Malern und Bildhauern zusammen und erweckt ihre Ideen zum Leben – von Salvador Dalí, Lucio Fontana, Max Ernst und Günther Fruhtrunk bis hin zu Heinz Mack oder Victor Vasarely. Haas Arbeiten zeugen von einer außerordentlich hohen handwerklichen Qualität, was ihm weltweit einen einzigartigen Ruf einbrachte. Der im baden-württembergischen Leinfelden-Echterdingen nach wie vor tätige Präzisionsdrucker wurde 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Eine besondere Aufmerksamkeit erhält die Sammlung der Stiftung auf der kommenden art KARLSRUHE: HPH ist der Künstler unter den Sammlern. Der renommierte Siebdrucker hat über die Jahrzehnte mit unbestechlichem Blick quer durch die Kunstgeschichte gesammelt. Rund 100 Exponate aus der Sammlung werden auf der Messe gezeigt. Der Maler und Bildhauer Heinz Mack urteilte: „HPH ist der Drucker für die Künstler – und der Künstler unter den Druckern.“

Sonderschau Druckgrafik: Kunstwerke für Einsteiger und Experten

Sonderschau Druckgrafik der art KARLSRUHE.
Sonderschau Druckgrafik der art KARLSRUHE. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner

Zusätzlich vereint die Sonderschau Druckgrafik, die seit 2017 fester Bestandteil der Halle 1 ist, druckgrafische Werke aus dem Programm der ausstellenden Galerien. Die Sonderschau verlängert thematisch die gezeigte Sammlung der Stiftung HPH und bietet auf rund 200 Quadratmetern hochkarätige Druckgrafiken, die in der Preisspanne von einem unteren dreistelligen bis zu einem mittleren fünfstelligen Betrag zu erwerben sind. Das Spektrum deckt unterschiedliche Stilrichtungen, Drucktechniken und Auflagen ab: Von den ausstellenden Galerien werden Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und Siebdrucke eingereicht und von einer Experten-Kommission für die Ausstellung kuratiert.

Die Druckgrafik, als Einsteigermedium bekannt, diente bereits zahlreichen etablierten Sammlern als Medium zur Annäherung an die Kunst. So bietet auch diese Sonderschau auf der art KARLSRUHE die Möglichkeit, einen Einstieg in die Sammelleidenschaft zu finden oder eine schon bestehende Sammlung um hochkarätige Original-Grafiken zu ergänzen.

2019-10-31
Karlsruhe ist erste deutsche Creative City of Media Arts

Als neues Mitglied des Städtenetzwerks tritt Karlsruhe künftig in einen Austausch mit Großstädten aus der ganzen Welt. Die von der UNESCO ausgewählten Mitglieder des Netzwerks haben Kultur und Kreativität als entscheidenden Teil ihrer eigenen Identität und eine der zentralen Stützen einer nachhaltigen Zukunftsstrategie erkannt. Für den mehr als einjährigen Bewerbungsprozess hatten insgesamt rund 40 Institutionen aus Kultur, Kreativwirtschaft, Forschung, Wissenschaft und der digitalen Open-Source-Szene sowie städtische Gesellschaften und Dienststellen ihre Kräfte gebündelt.

„Das ist ein bedeutender Tag für die Fächerstadt“, sagt Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. „Mit ihrer Entscheidung erkennt die UNESCO die besonderen Potenziale Karlsruhes als Medienkunst- und Kreativstandort an. Durch die Auszeichnung als UNESCO Creative City of Media Arts schärft Karlsruhe sein Profil als ein führendes Zentrum der universellen Medienkunst, der Digitalwirtschaft und IT-Forschung weiter.“ Mentrup verweist hier auf das jüngste Ranking der EU, das Karlsruhe als Nummer zwei der europäischen Städte bis 500.000 Einwohner bei Kultur und Kreativität einstuft. „Die Stadt gewinnt jetzt international noch mehr an Strahlkraft und Aufmerksamkeit. Mein Dank gilt allen Partnern der Bewerbung", so das Stadtoberhaupt.

Eine Stadt im kulturellen Dialog

Zu den Partnern im Advisory Board im Rahmen der Bewerbung der Stadt gehört auch die Messe Karlsruhe mit der internationalen Kunstmesse art KARLSRUHE. Messechefin Britta Wirtz betont: „In Karlsruhe besteht ein agiler Kontakt zwischen der Messe und der Stadt; ein Kulturdialog, der besonders während der art KARLSRUHE einen Höhepunkt erreicht und den Kreativstandort weiter bestärkt. So freuen wir uns natürlich sehr, über den positiven Ausgang der Bewerbung und beglückwünschen die Stadt Karlsruhe.“ Und Wirtz weiter: „Wir werden den Ball aufnehmen und gemeinsam mit den Akteuren der Stadt Karlsruhe die Creative City of Media Arts durch unterschiedliche Aktionen auf der Messe sichtbar machen. Darunter auch dem ZKM – Zentrum für Kunst und Medien, das schon seit jeher auf der art KARLSRUHE Medienkunst zeigt und unseren Besuchern näherbringt.“

Zahlreiche Karlsruher Kulturinstitutionen präsentieren sich jährlich auf der art KARLSRUHE. Auch außerhalb des Messegeländes ist in der Woche der Kunstmesse einiges geboten: Von besonderen Angeboten in der Städtischen Galerie, der Kunsthalle, dem ZKM – Zentrum für Kunst und Medien sowie auch der Gastronomieszene bis zu den jährlich zur Messe stattfindenden Händelfestspielen im Badischen Staatstheater. Außerdem wird während der art KARLSRUHE jährlich der von dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe verliehene und mit 15 000 Euro dotierte art KARLSRUHE-Preis auf der Messe verliehen.

(v.l.n.r.): Moderator Markus Broch im Gespräch mit Messechefin Britta Wirtz und dem Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner

Über die art KARLSRUHE

Zuhause im Sammlerland Baden-Württemberg, eingebettet in einer dichten Kulturlandschaft mit großen privaten Sammlungen wie Grässlin (St. Georgen), Schaufler (Sindelfingen), Hoppe-Ritter (Waldenbuch), dem Museum Würth (u.a. Schwäbisch Hall) und der Stiftung Frieder Burda (Baden-Baden), hat sich die Messe als eine feste Größe im internationalen Messegeschehen etabliert.

Die 17. Ausgabe der art KARLSRUHE (13. – 16. Februar 2020) wird erneut Kunst aus einer Spanne von 120 Jahren in den Karlsruher Messehallen vereinen. Jährlich ermöglichen über 200 nationale sowie internationale Galerien mit ihrem ausgestellten Programm einen Dialog der Klassischen Moderne und Gegenwartskunst. Markenzeichen der Messe sind die rund 20 in die Hallen integrierten Skulpturenplätze sowie zahlreiche One-Artist-Shows, die den Fokus auf das künstlerische Schaffen Einzelner legen. Zum begleitenden Programm der Messe gehören u.a. Sonderausstellungen, Preisverleihungen, das zweitägige Symposium ARTIMA art meeting sowie Events in der Karlsruher Kulturlandschaft.

2019-10-22
Beirat juriert 210 Galerien aus 15 Ländern

National sowie international renommierte Galerien erwartet

Die Halle 2 der art KARLSRUHE vereint Werke der Nachkriegskunst bis zur Gegenwart
Blick in die Halle 2 der art KARLSRUHE. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner

Insgesamt werden 210 national und international renommierte Galerien aus 15 Ländern ihr Programm auf der Messe präsentieren. Die Spanne der gezeigten Werke deckt 120 Jahre Kunstentwicklung ab – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart.

Druckgrafik & Auflagenobjekte

In vielen Fällen beginnt ein Sammler-Leben mit dem Erwerb einer Druckgrafik, die dank ihres seriellen Charakters auch für Einsteiger attraktiv ist. Ein Großteil der Künstler hat sich an Aquatinta, Lithografie, Siebdruck oder dem Holzschnitt versucht. In Halle 1 bekommt das Medium Druckgrafik besondere Aufmerksamkeit. Aus Köln zeigt sich hier beispielsweise erstmals die Galerie Mirko Meyer mit einer One-Artist-Show. Außerdem neu mit dabei sind unter anderem die Overhead Gallery (Münster, D), die Gallery40NL (Doetinchem, NL) oder auch die Galerie Brita Prinz Arte (Madrid, E), die sich neben den für art KARLSRUHE-Besuchern bekannten Galerien wie Art Edition Fils (Düsseldorf, D) oder Premium Modern Art (Heilbronn, D) präsentieren. Die Galerien Behning / Eikelmann (Sylt / Düsseldorf, D) werden gemeinsam in Halle 1 – zusätzlich zu ihrem Stand in Halle 2 – ihr hochwertiges Grafikprogramm zeigen.

Außerdem vereint in Halle 1: die Sonderausstellung „Sammlung Hans-Peter Haas – Serigraphien großer Meister von Ackermann bis Vasarely“ sowie die Sonderschau Druckgrafik.

Die Sonderschau Druckgrafik vereint von den Ausstellern eingereichte und jurierte druckgrafische Werke aus allen vier Hallen.
Sonderschau Druckgrafik - Druckgrafiken aus dem Programm der Aussteller in Halle 1. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner.

Klassische Moderne über Nachkriegskunst bis hin zur Gegenwart

Ein Schwerpunkt im Programm der art KARLSRUHE bildet seit der ersten Ausgabe die Klassische Moderne, gefolgt von der Nachkriegskunst bis hin zur Gegenwartskunst. Diese Bereiche werden in den beiden Messehallen 2 und 3 vereint. Stark im Bereich der Klassischen Moderne zeigen sich mit ihrem ausgestellten Programm unter anderem die Galerien Cortina (Barcelona, E), Eggerbauer (Köln, D), Gilden’s Art (London, GB), Luzán (Berlin, D), Dr. Michael Nöth (Ansbach, D), Thole Rotermund (Hamburg, D) sowie Malte Uekermann (Berlin, D). Mit einer Verlängerung ihres Portfolios bis hin zur Gegenwartskunst präsentieren sich unter anderem Die Galerie (Frankfurt, D), Ludorff (Düsseldorf, D), Schwarzer (Düsseldorf, D) sowie erstmals die in diesem Jahr gegründete Galerie WOS (Pfäffikon, CH). Neu mit dabei sind außerdem die Galerien Braun-Falco (München, D), GADCollection (Paris, F), Hegau-Bodensee-Galerie (Singen, D) oder auch Proarta (Zürich, CH) sowie Galeria Roy (Felanitx, E). Speziell im Bereich der Nachkriegskunst – mit Vertretern von Informel bis Zero – tritt, neben der etablierten Galerie Georg Nothelfer (Berlin, D), die Galerie Behning & Niehues (Sylt, D) zum ersten Mal auf. Vom Auftritt in 2019 überzeugt und so erneut mit dabei sind die Berliner Galerien König und Alexander Ochs.

Klassische Moderne und Nachkriegskunst zeigt die Halle 3
Blick in die Halle 3 der art KARLSRUHE. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner

ContemporaryArt 21

Speziell den Positionen, die frisch aus den Ateliers kommen, widmet sich die Halle 4/dm-arena der art KARLSRUHE. Hier sind unter anderem den Messe-Besuchern bekannte Galerien wie heissingart (Berlin/Lübeck, D), Klinger (Karlsruhe/Radeberg, D), Marek Kralewski (Freiburg im Breisgau, D), Christian Marx (Düsseldorf, D) oder auch Meno Parkas (Kaunas, LT) vertreten. Neu mit dabei sind hier unter anderem die Etienne Gallery (Oisterwijk, NL) sowie The View – Contemporary Art Space (Salenstein, CH). Die Galerie Tobias Schrade wird den Skulpturenplatz der Halle bespielen.

Neuaussteller und Wiederkehrer

Insgesamt hat der Beirat rund 40 Galerien juriert, die das erste Mal an der Messe teilnehmen sowie diejenigen, die für eine oder mehrere Ausgaben pausierten und nun wiederkehren. Die Neuaussteller verteilen sich über alle vier Hallen und kommen aus sechs Ländern:

  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
  • Niederlande
  • Schweiz
  • Spanien

Eine vollständige Liste der ausstellenden Galerien finden Sie untenstehend zum Download bereit.

2019-08-23
art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst
Messechefin Britta Wirtz und Kurator Ewald Karl Schrade auf der art KARLSRUHE
Messechefin Britta Wirtz und Kurator Ewald Karl Schrade auf der art KARLSRUHE. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner

Jährlich ermöglichen über 200 nationale sowie internationale Galerien mit ihrem ausgestellten Programm einen Dialog der Klassischen Moderne und Gegenwartskunst. Markenzeichen wie die rund 20 in die Hallen integrierten Skulpturenplätze sowie zahlreiche One-Artist-Shows, die den Fokus auf das künstlerische Schaffen Einzelner legen, runden die Messe ab. Darüber hinaus wird in Halle 1 die Sonderausstellung einer Privatsammlung gezeigt sowie die Sonderschau Druckgrafik, die kuratierte druckgrafische Werke aus dem Programm der Aussteller zusammenführt.

Unter der Leitung von Kurator Ewald Karl Schrade und Messechefin Britta Wirtz kommt der siebenköpfige Beirat Anfang Oktober zusammen, um die ausstellenden Galerien zu jurieren. 2019 wurden die Galeristen Dr. Alexander Fils (Düsseldorf), Marko Schacher (Stuttgart) sowie Christian K. Scheffel (Bad Homburg) neu in das Gremium berufen. Nach langjähriger und guter Zusammenarbeit sind Dr. Frank Thomas Gaulin (Lübeck) sowie Anja Knoess (Köln) ausgeschieden.

Einreichungsschluss für Bewerbungsunterlagen ist der 9. September.

Die Beiratsmitglieder der art KARLSRUHE

Neben Kurator Ewald Karl Schrade und Messechefin Britta Wirtz setzt sich der Beirat der art KARLSRUHE für 2020 aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Dorothee Baer-Bogenschütz (Kunstjournalistin, Wiesbaden). Die Kunsthistorikerin und -journalistin schreibt unter anderem für die KUNSTZEITUNG und berichtet weltweit über Kunstveranstaltungen und Ausstellungen.

Renate Bender (Galeristin, München). Im Programm ihrer gleichnamigen Galerie (gegründet 1987) führt Bender reduzierte Formen der Malerei, Fotografie und Bildhauerei, überwiegend im Bereich minimaler, monochromer und konkreter Ausdrucksformen.

Dr. Alexander Fils (Galerist, Düsseldorf). Der promovierte Kunsthistoriker und Aufsichtsratsmitglied in mehreren Museen führt die Art Edition-Fils (gegründet 1870), in fünfter Generation.

Dr. Dorothea van der Koelen (Galeristin, Mainz/Venedig). Die Kunsthistorikerin und Verlegerin ist inzwischen mit drei Galerien für zeitgenössische Kunst in Mainz und Venedig präsent, sie hat über 500 Ausstellungen in mehr als 25 Ländern kuratiert.

Marko Schacher (Galerist, Stuttgart). Seit einigen Jahren betreibt er seine Galerie Schacher – Raum für Kunst in Stuttgart und betätigt sich darüber hinaus als Kurator und Autor.

Christian K. Scheffel (Galerist, Bad Homburg). Er betreibt seine gleichnamige Galerie für zeitgenössische Kunst (gegründet 1979) in zweiter Generation. Zudem ist er Gründer und Kurator der Skulpturenbiennale Blickachsen und Geschäftsführer der Stiftung Blickachsen gGmbH.

Werner Tammen (Galerist, Berlin). Der Schwerpunkt der Galerie Tammen & Partner liegt im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Zudem ist Tammen als Vorsitzender des Landesverbandes Berliner Galerien aktiv.

Die art KARLSRUHE finden Sie auch unter:

facebook.com/artkarlsruhe und instagram.com/art_karlsruhe

2019-02-24
art KARLSRUHE: Hier wird aus Liebe zur Kunst gekauft
Blick in Halle 3 der art KARLSRUHE.

Die art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst zog in ihrer 16. Ausgabe rund 50 000 Besucher in die Karlsruher Messehallen. Insgesamt zeigten 208 Galerien aus 16 Ländern Kunst aus einer Spanne von 120 Jahren. Die Messe schärft ihr Profil: „Wir fördern die Kunstvermittlung durch die Galeristen und bedienen damit nicht primär den institutionellen Kunstmarkt, es geht um die Leidenschaft für Kunst – und das wird von allen Beteiligten wertgeschätzt,“ konstatiert Messechefin Britta Wirtz und ergänzt: „genau aus diesem Grund würdigen wir jedes Jahr privates Sammeln mit einer eigenen Sonderausstellung und fördern den Einstieg ins Sammeln durch die Sonderschau Druckgrafik“.

Ein weiteres wichtiges Spielbein der art KARLSRUHE sind die Skulpturenplätze, die in diesem Jahr zum zweiten Mal durch den Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – gewürdigt wurden. Dazu Kurator Ewald Karl Schrade: „Der Dialog zwischen Flachware und dreidimensionalen Objekten ist einmalig und bereits von Anfang an im Konzept der Messe verankert. Denn hier haben wir den Freiraum, um die Skulpturen in Szene zu setzen. Und ich bin glückselig, dass wir dies durch den diesjährigen ‚Skulpturenpark‘ im begrünten Atrium der Messe unterstreichen konnten.“

Galeristen und Besucher von der Messe überzeugt

Besonders große Resonanz erfuhr die Sonderausstellung des Sammlers Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945, die im Museum im Kulturspeicher in Würzburg beheimatet ist. Die Museumsdirektorin Dr. Marlene Lauter resümiert: „Unsere Ausstellung hat bereits an der Preview eine große Resonanz erfahren. Kollegen waren sehr angetan von der musealen Qualität der Sammlung Ruppert. Eventuell gibt es sogar einen Überschlag: Ein Sammler hat mir seine Sammlung kleinformatiger konkreter Kunst angeboten. Darüber werden wir jetzt im Nachgang sprechen.“ Peter C. Ruppert verstarb leider kurz vor der Messe im Februar 2019. Neben der Sonderausstellung zeigten Größen wie die Galerie Jeanne (München), Galerie Klüser (München), Peter Sillem (Frankfurt) oder auch Monika Wertheimer (Oberwil, Schweiz) anspruchsvolle Fotoarbeiten und Editionen.

In Halle 3 zieht Petra Kaffeesieder, von der Gilden’s Art Gallery (London), mit ihrem Programm der Klassischen Moderne ein positives Fazit: „Für uns rentiert sich die art KARLSRUHE, wir machen gute Umsätze, denn unsere Käufer sind international, kommen aus Holland, Frankreich, Belgien und der Schweiz hierher.“ Das auf der Messe gezeigte Programm ist speziell auf die art KARLSRUHE zugeschnitten, „wir wissen, hier finden wir die geeigneten Käufer – und manchmal versuchen wir, auch neue Wege zu gehen, bringen Künstler erstmals mit und probieren so aus, wie das Publikum darauf reagiert. Die art KARLSRUHE ist eine unserer erfolgreichsten Messen. Aber auch das Miteinander, der Kontakt zwischen den einzelnen Galerien ist sehr angenehm. Es geht, glaube ich, den Ausstellern in der großen Allgemeinheit so, dass sie glücklich sind.“ Die Klassische Moderne hatte unter anderem durch Galerien wie Döbele Kunst (Mannheim), Ludorff (Düsseldorf), Galerie Luzán (Berlin), Thole Rotermund (Hamburg) oder die Galerie Schwarzer (Düsseldorf) einen starken Auftritt.

An die Galerie Bernhard Knaus Fine Art aus Frankfurt mit der Künstlerin Myriam Holme ging der diesjährige art KARLSRUHE-Preis. Galerist Bernhard Knaus freut sich: „Die Messe bietet eine sehr schöne Atmosphäre und ist ein super Forum. Wir können von großem Interesse berichten. Wir sind gut positioniert, haben einen großen Stand und anständig verkauft – ich treffe neue Leute, die Kundenkontaktzahl ist hoch, ich bin sehr zufrieden. Natürlich hat der Preis das seine dazu beigetragen. Aber auch Arbeiten von Ralf Peters habe ich sehr gut verkauft. Wir arbeiten inzwischen seit 20 Jahren zusammen.“

Auch die dm-arena/Halle 4, die sich der Contemporary Art verschreibt, kommt an: Mit seinem besonderen Verkaufskonzept der One-Artist-Show von Jim Avignon zog der Galerist Marko Schacher (Schacher - Raum für Kunst, Stuttgart) die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Neuzugang in der Halle, AV17 Galerie aus Vilnius (Litauen), zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Die Organisation ist super, die Stände sind wunderbar geräumig und es gibt sehr viele interessierte Besucher. Wir haben schon einige Verkäufe getätigt. Die art KARLSRUHE ist eine wichtige Messe, und wir hoffen, wiederkommen zu dürfen.“

Eine Stadt im kulturellen Dialog

art KARLSRUHE-Preisverleihung (v.l.): Messechefin Britta Wirtz, Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, Annette Fehr, leitende Regierungsdirektorin, Künstlerin Myriam Holme und Galerist Bernhard Knaus, Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle Karlsruhe, sowie Kurator Ewald Karl Schrade.

In Karlsruhe besteht ein agiler Kontakt zwischen der Messe und der Stadt; ein Kulturdialog, der während der art KARLSRUHE jährlich einen Höhepunkt erreicht. Nicht nur, dass der von dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe verliehene und mit 15 000 Euro dotierte art KARLSRUHE-Preis auf der Messe verliehen wird, die Kulturinstitutionen der Stadt und darüber hinaus finden sich in der Museumsmeile oder in Gesprächsrunden wie dem ARTIMA art meeting auf der Messe wieder. Auch außerhalb des Messegeländes war in der Woche der art KARLSRUHE einiges geboten: Von besonderen Angeboten in der Städtischen Galerie, der Kunsthalle, dem ZKM – Zentrum für Kunst und Medien sowie auch der Gastronomieszene bis zu den jährlich zur Messe stattfindenden Händelfestspielen im Badischen Staatstheater.

Die nächste art KARLSRUHE findet vom 13. bis 16. Februar 2020 in der Messe Karlsruhe statt.

2019-02-22
Loth-Skulpturenpreis würdigt Auftritt der Skulptur
Galerie Werner Wohlhüter zeigt Skulpturen von Jörg Bach.
Preisträger sind die Galerie Werner Wohlhüter und Künstler Jörg Bach.

Seit mittlerweile zwölf Jahren werden auf der art KARLSRUHE (21. bis 24. Februar) der gleichnamige Preis sowie der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift verliehen. Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – ausgelobt, der den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE auszeichnet.

Loth-Skulpturenpreis geht an Galerist Werner Wohlhüter und Künstler Jörg Bach

Den mit 20 000 Euro dotierten Loth-Skulpturenpreis - gesponsert von der L-Bank - vergibt die Fachjury für den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE. Die insgesamt 20 Skulpturenplätze, die der Jury zur Auswahl standen und die in den vier Messehallen zu sehen sind, zeichnen die Messe besonders aus.

Mit dem Preis werden die Galerie und der Künstler gleichermaßen ausgezeichnet. Die Preisträger des zweiten Loth-Skulpturenpreises sind der Galerist Werner Wohlhüter (Galerie Werner Wohlhüter, Leibertingen-Thalheim) und der Künstler Jörg Bach, die in Halle 2 einen Skulpturenplatz bespielen.

Die Fachjury begründete ihre Wahl wie folgt: „Aus einem vielgestaltigen Aufgebot an Skulpturenplätzen von teils höchster Qualität hat die Jury einstimmig das Werk und die Präsentation des Bildhauers Jörg Bach (*1964) ausgewählt, vertreten von der Galerie Werner Wohlhüter. Dieser Skulpturenplatz überzeugt durch eine raumgreifende und präzise Setzung. Die zentrale großformatige Skulptur „Neuland“ von 2017 steht mit ihrem Volumen im spannungsreichen Kontrast zu den Plastiken kleineren Formats. Sichtbarkeit der Metallbearbeitung an der Oberfläche lassen das Werk lebendig werden. Die Materialität des Objekts, seine räumliche Dimension und die Spuren künstlerischer Arbeit bestimmen so die Skulpturen gleichermaßen. Das Wechselspiel zwischen innen und außen sowie die dynamische Masse der Stahlplastik zeichnen die Arbeit von Jörg Bach aus. Seit 1994 widmet sich die Galerie Wohlhüter besonders der Präsentation von Skulpturen. Dies wird mit der Preisvergabe ebenfalls gewürdigt. Wir gratulieren zur Auszeichnung mit dem zweiten Loth-Skulpturenpreis für den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE.“

Der Skulpturenpreis ist nach dem Künstler Wilhelm Loth (1920 – 1993) benannt. 1958 wurde er als Leiter einer Bildhauerklasse an die Kunstakademie in Karlsruhe berufen, an der er seit 1960 als Professor bis zu seiner Emeritierung 1986 wirkte. Der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens Wilhelm Loths lag stets auf Plastiken. Hierbei verwendete er Bronze, Neusilber und Aluminium als Materialien. Der zentrale künstlerische Aspekt, um den sein Werk kreiste, ist die Darstellung des weiblichen Körpers.

Die Fachjury besteht aus Dr. Sebastian Baden (Kunsthalle Mannheim, Kurator zeitgenössische Kunst / Skulptur / Neue Medien), Dr. Pia Dornacher (Leitung Museum Lothar Fischer, Neumarkt / Opf), Alexander Heil (Nachlassverwaltung Wilhelm Loth, Karlsruhe), Dr. Marlene Lauter (Leiterin Museum im Kulturspeicher, Würzburg).

art KARLSRUHE-Preis geht an Galerie Bernhard Knaus Fine Art und Künstlerin Myriam Holme

Myriam Holme auf der art KARLSRUHE
art KARLSRUHE-Preisträger sind Künstlerin Myriam Holme und die Galerie Berhard Knaus Fine Art aus Frankfurt.

Die Gewinner des zwölften art KARLSRUHE-Preises, der gemeinsam von dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe vergeben wird und mit 15 000 Euro dotiert ist, stehen fest. Die Fachjury wählte aus den 196 One-Artist-Shows der Messe die überzeugendste Einzelpräsentation: die Galerie Bernhard Knaus Fine Art aus Frankfurt mit der Künstlerin Myriam Holme (Halle 2) sind die Gewinner. Verliehen wird der Preis am Samstag (23. Februar) um 11:30 Uhr im ARTIMA art Forum in der dm-arena/Halle 4. Zur Auswahl der Preisträger kommentiert die Fachjury: „Zur Auswahl der Preisträger kommentiert die Fachjury: „Myriam Holme ist eine emphatische Materialkünstlerin, die ihre Arbeiten auf der Wand, auf dem Boden und im Raum entfaltet. In ihren zwischen Tafelbild, Relief, Skulptur und Installation changierenden Werken nutzt sie das Unkalkulierbare von Materialinteraktionen.“

Die Fachjury besteht aus Dr. Brigitte Baumstark (Direktorin Städtische Galerie Karlsruhe), Dorothee Baer-Bogenschütz (Journalistin), Anja Casser (Leiterin des Badischen Kunstvereins Karlsruhe e.V.), Dr. Michael Hübl (Journalist), Prof. Dr. Pia Müller-Tamm (Direktorin Staatliche Kunsthalle Karlsruhe), Prof. Werner Pokorny (Künstler), Michael Sieber (Staatssekretär a. D.).

Monica Bonvicini erhält Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift

Monica Bonvicini
Monica Bonvicini vor ihrer frisch gesprühten Graffiti-Arbeit auf der art KARLSRUHE.

Zum zwölften Mal wurde am Donnerstag (21. Februar) auf der art KARLSRUHE der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift vergeben. Die italienische Künstlerin Monica Bonvicini wurde von der Jurorin Bettina Steinbrügge, Direktorin des Kunstvereins in Hamburg und Mitglied des Vorstands der Hans Platschek Stiftung, ausgewählt.

In der Laudatio erklärt Steinbrügge: „Das Thema ,Frau als Opfer‘ ist Bonvicini zu weinerlich, zu langweilig. In jedem ihrer Werke zeigt sich ein Gefühl der Dringlichkeit. Damit deckt sie männlich konnotierte Machtverhältnisse auf und erschafft eine Schriftkultur eigener Art.“ Im Anschluss an die Preisverleihung sprühte Monica Bonvicini am Stand der Stiftung ein Graffiti an die Wand und kommentiert ihre frisch entstandene Arbeit vor Ort: „Das Graffiti ist inspiriert durch eine französische Schriftstellerin, die für mich als Beispiel für eine furchtlose Frau steht. Die Stimme muss man immer benutzen.“

2019-02-21
art KARLSRUHE: Starker Auftakt in die Kunstmesse-Saison
art karlsruhe Blick in Halle 2
Blick in Halle 2 der art KARLSRUHE.

„Die art KARLSRUHE strahlt wie kaum eine andere Veranstaltung in der Region in Kunst, Kultur und Wissenschaft weit über die Landesgrenzen aus,“ eröffnete Messechefin Britta Wirtz die diesjährige art KARLSRUHE (21. bis 24. Februar) an der gestrigen Preview für geladene Gäste. Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, bestätigte dies und ergänzte: „Für mich ist faszinierend, wie sich die Messe präsentiert. Das ist fast schon ein Kunstwerk. Man wird gefangen von einem freudigen Kunstgefühl.“

Insgesamt 208 Galerien aus 16 Ländern präsentieren ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst – in den vier Messehallen.

Kurator Ewald Karl Schrade ging zur Eröffnung auf ein wichtiges Merkmal der Messe ein: „Die Skulptur sollte von Anfang an einen ebenbürtigen Platz neben der Malerei einnehmen. Dafür habe ich die Skulpturenplätze geschaffen und wir konnten im letzten Jahr erstmalig den von der L-Bank gesponserten Loth Skulpturenpreis ausloben. Um dies noch zu unterstreichen, haben wir diesmal Skulpturen im Innenhof als ‚Skulpturenpark‘ konzentriert.“

Preview-Gäste in Kaufstimmung

Einen sehr positiven Start in die 16. Ausgabe der art KARLSRUHE vermeldeten etliche Galeristen bereits kurz nachdem am Vormittag die Tore der Karlsruher Messehallen für geladene Gäste öffneten und Kunstliebhaber auf das Messegelände strömten. Schon wenige Minuten nach Öffnung sah man Besucher mit gerade erstandenen Werken durch die Hallen laufen.

„Ein großer Sammler war direkt um 11 Uhr da und hat gekauft. Die Arbeiten von Christopher Lehmpfuhl kommen besonders gut an“, fasste Galerist Alfred Kornfeld (Berlin) kurz und bündig an seinem Stand in Halle 3 die Preview zusammen.

Die ebenfalls in Halle 3 platzierte Galerie Ludorff aus Düsseldorf berichtet von zwei musealen Anfragen für ein Werk von Otto Müller. „Es sind einige Museumsvertreter hier und wir stoßen auf der Messe auf ein sehr gesprächsbereites Publikum“, erklärt Galerist Manuel Ludorff. Die erstmals vertretene Galerie König aus Berlin verkaufte in Halle 2 unter anderem eine Arbeit von Alicja Kwade für 32.000 Euro.

Messechefin Britta Wirtz auf der art KARLSRUHE
Messechefin Britta Wirtz beim Presseempfang der art KARLSRUHE.

Wachstum in alle Richtungen

„Eine Messe ist mit einem Baum vergleichbar,“ sagt Kurator Ewald Schrade, „er braucht starke Wurzeln, um verankert zu sein und eine ausladende Krone, um viel Licht zu bekommen.“ Sowohl die Verankerung in der Region als auch die Strahlkraft der art KARLSRUHE weit über Landesgrenzen hinaus, sind beständig gewachsen. Der Kurator fügt lächelnd hinzu: „Die Bäume sollten aber auch nicht in den Himmel wachsen.“

Dazu Galerist Klaus Benden (Köln), der nach 11 Jahren Abstinenz auf die Messe zurückkehrt: „Die art KARLSRUHE bietet viele Vorteile und eine Menge an speziellen Rahmenfunktionen. Ich finde es unglaublich beeindruckend, wie die art KARLSRUHE in Karlsruhe gelebt wird. Das kenne ich nicht aus anderen Städten.“ Und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup unterstreicht: „Die art KARLSRUHE ist fast so etwas wie ein Kunstvolksfest; sie wird von der Bevölkerung gelebt. Sie ergänzt, was wir in Karlsruhe haben und die Karlsruher Kunstszene ergänzt die art KARLSRUHE.“

Die 16. Auflage der Messe wartet mit einer nie dagewesenen Beteiligung internationaler Galerien auf: jede vierte Galerie kommt mittlerweile aus dem Ausland. Neuzugänge waren in diesem Jahr beispielsweise die Istanbuler Galerie Anna Laudel, die Londoner Cube Gallery oder auch die Amsterdamer Planting Gallery. Aber auch aus Deutschland sind Galerien mit hochwertigem Programm hinzugekommen wie die Berliner Galerie Johann König oder die ebenfalls aus Berlin stammende Galerie Alexander Ochs Private.

Ewald Karl Schrade, Kurator
2018-11-29
Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945
Victor Vasarely, Lapidaire, 1972, Acryl auf Leinwand 140 x 140 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945 Foto: Elmar Hahn, Veitshöchheim © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Victor Vasarely, Lapidaire, 1972, Acryl auf Leinwand 140 x 140 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945 Foto: Elmar Hahn, Veitshöchheim © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945

Von Anfang an begeisterte sich Peter C. Ruppert für die Reduktion auf das Wesentliche, ein Merkmal konstruktiv-konkreter Kunst, die sich durch rationalen Bildaufbau und gleichzeitig überraschende Wahrnehmungseffekte auszeichnet.

Mit viel Geduld und großer Fachkenntnis entstand in mehr als 30 Jahren die Sammlung „Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“. Auf der art KARLSRUHE 2019 werden unter anderem Werke von Künstlern wie Josef Albers, Max und Jakob Bill über Leo Erb bis hin zu Richard Paul Lohse oder David Nash gezeigt.

  • Insgesamt umfasst die Sammlung von Peter C. Ruppert 420 Werke – darunter Gemälde, Skulpturen, Objekte und Arbeiten auf Papier – von circa 240 Künstlern aus 23 europäischen Ländern.
  • Zunächst alleine und dann im Zuspiel mit Ehefrau Rosemarie stellte der 1934 geborene, in Berlin lebende Sammler eine der vielfältigsten und in ihrer Qualität europaweit einmaligen Kollektionen zur Konkreten Kunst zusammen.
  • Zu den Besonderheiten gehören die konkrete Fotografie und Werke von Künstlern aus Großbritannien.
  • Als Dauerleihgabe ist die Sammlung fast vollständig in Würzburg im Museum im Kulturspeicher zu sehen.

Im Jahr 2005 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet, vereint das Museum zwei Sammlungen unter seinem Dach: die Städtische Sammlung und die private Sammlung „Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“. Das Museum im Kulturspeicher Würzburg konnte sich seit seiner Eröffnung 2002 in der traditionsreichen Barockstadt Würzburg als Haus für die Kunst der Moderne etablieren.

Josef Albers, Bright September, 1963, Öl auf Masonit, 121,5 x 121,5 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg, Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945, Foto: Karl Arendt, ADF, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Josef Albers, Bright September, 1963, Öl auf Masonit, 121,5 x 121,5 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg, Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945, Foto: Karl Arendt, ADF, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Konkrete Kunst im Programm der Galerien – ein Einblick

Künstler aus dem Umfeld der ZERO-Bewegung, darunter Bernard Aubertin, Piero Dorazio, Gotthard Graubner, Heinz Mack, Christian Megert, Otto Piene und Günther Uecker, werden auf der art KARLSRUHE 2019 stark vertreten sein, gut 60 Jahre nach Gründung durch Mack und Piene.

Aber auch die Bilder von Konstruktivisten wie Günter Fruhtrunk (gestorben 1982) und Georg Karl Pfahler (gestorben 2002) tauchen mehrfach auf. Die 16. Ausgabe der Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst verspricht einen starken Auftritt der stillen Maler und Bildhauer – von Josef Albers über Antonio Calderara bis zu Victor Vasarely und Ludwig Wilding.

Zur art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst

Vom 21. bis 24. Februar 2019 vereinen sich während der art KARLSRUHE 208 Galerien aus 16 Ländern in den Karlsruher Messehallen. Diese werden zum Schauplatz für Kunst aus einer Spanne von über 120 Jahren. Zusätzlich schaffen insgesamt 20 Skulpturenplätze raumgebende Situationen und laden zum Verweilen ein, kombiniert mit 120 One-Artist-Shows, die einen vertieften Einblick in das künstlerische Schaffen Einzelner ermöglichen. Die limitierte Anzahl an Messekojen wurde von dem Beirat der art KARLSRUHE an national sowie international renommierte Galerien vergeben.

Ausgebildete Kunsthistoriker bieten Führungen über die Messe an, die einen allgemeinen Überblick zur art KARLSRUHE liefern oder tiefergehende Erläuterungen zu den ausstellenden Galerien und präsentierten Künstlern vermitteln. In 2019 wird es zudem eine Führung zum Sonderthema „100 Jahre Bauhaus“ geben. Diese zeigt Arbeiten verschiedener Bauhaus-Künstler und informiert über die wegweisende Bildungsstätte, die mit ihren Ideen und in ihrer Formensprache bis heute fortwirkt.

Diese Webseite verwendet Cookies, um dem Besucher eine bessere Surf-Qualität bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie auf unserer Datenschutz Seite
Ich stimme zu | Meldung schließen