04.02.2019

Die art KARLSRUHE als Treffpunkt der Branche

Interview mit Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruhe Messe- und Kongress GmbH

Britta Wirtz bei der art KARLSRUHE Pressekonferenz 2019
Britta Wirtz präsentierte bei der Pressekonferenz den art KARLSRUHE Katalog 2019.

Mittlerweile kann die Karlsruher Messe- und Kongress GmbH über 800 000 Besucher pro Jahr zählen, und in Ihrer Amtszeit als Geschäftsführerin haben Sie die Umsatzerlöse allemal verdoppelt – auf 33 Millionen Euro. Eine beeindruckende Bilanz. Welche Rolle spielen dabei die Kunst und die art KARLSRUHE?

Natürlich sind wir stolz, dass es uns mit vereinten Kräften gelungen ist, im Wettbewerb mit anderen internationalen Kunstmessen zu bestehen und allein dank der stattlichen Quote, nämlich rund 50 000 Kunstfreunde, das Kunstmesse-Jahr stets mit einem Paukenschlag eröffnen zu können. Diesmal vom 21. bis zum 24. Februar, mit 208 Ausstellern aus 16 Ländern. Aber es geht ja nicht nur um die Zahlen. Die art KARLSRUHE, die 2004 erstmals stattfand, hat sich längst als besonderer Treffpunkt der Branche positioniert, wo wir die renommiertesten Künstler, Privatsammler und Museumsdirektoren begrüßen können.

Ein besonderer Treffpunkt, so sagen Sie. Was ist das Besondere an dieser Karlsruher Messe? Liegt die erfreulich positive Resonanz am badischen Klima, am ZKM, an den Museen, Akademien und Galerien?

Gewiss spielt auch die einzigartige, kulturell wunderbar aufgeladene Stimmung im deutschen Südwesten mit, wenn wir weiterhin zuversichtlich sein dürfen. Aber es sind eben auch die optimalen Bedingungen, die wir Ausstellern und Publikum der art KARLSRUHE direkt auf der Messe bieten. Immer wieder höre ich von Galeristen, dass sie ihre Teilnahme hier in vergleichsweise optimaler Preis-Leistungs-Ausgewogenheit erhalten. Und die Leistungen für unsere Aussteller liegen uns hier besonders am Herzen: Die gebotene Willkommenskultur in unserem Hause überzeugt die Aussteller.

Preview-Tag der art KARLSRUHE 2018: Britta Wirtz besucht die Sonderschau mit Werken aus der Sammlung Frieder Burda
Preview-Tag der art KARLSRUHE 2018: Britta Wirtz besuchte die Sonderschau mit Werken aus der Sammlung Frieder Burda.

Und darüber hinaus? Was hat die art KARLSRUHE außerdem unverwechselbar zu bieten? Was zeichnet diese Kunstmesse im Speziellen aus?

Das ist der Fokus auf das Private, wenn ich das mal so nennen darf. Zu uns kommt der Unternehmer und Sammler überwiegend als Privatperson. Deshalb huldigen wir auch von Anbeginn dem privaten Sammeln mit unserer Sonderschau. Hier wäre in diesem Jahr Peter C. Ruppert zu nennen; in den Vorjahren Peter und Christiane Schauffler, Marli Hoppe-Ritter, Frieder Burda, Reinhold Würth und viele andere. Diese Leidenschaft, zum privaten Sammler zu werden, ist auch immer wieder das umkreisende Thema unserer Veranstaltungsreihe ARTIMA art meeting. Die private Beziehung zur Kunst ist ein Leitmotiv, das unser langjähriger Kurator, Ewald Karl Schrade, von Haus aus selbst Galerist und somit Insider, von vorneherein ausgegeben hat.

Und darüber hinaus, gibt es einen weiteren Aspekt, ein außergewöhnliches Merkmal der art KARLSRUHE?

Vielleicht kommt noch etwas anderes hinzu, was diese Kunstmesse besonders erscheinen lässt. Sie widmet sich nicht halbherzig, wie das mancherorts zu beobachten ist, der Klassischen Moderne, sondern mit vollem Engagement, und so goutieren die besten Händler der Klassischen Moderne die Möglichkeit, in Karlsruhe quasi im Familien-Verbund Kirchner, Picasso & Co. ausstellen zu dürfen. Mithin Museumsniveau, gleichwohl ein Marktplatz. Zweifellos alljährlich eine große Freude.

Besteht nicht die Gefahr, dass Ihre Melange aus kunsthistorisch abgesicherten Werten und der zugleich vorhandenen, teils noch nicht etablierten Gegenwartskunst auch zur Verunsicherung führt, dem Markt womöglich das homogene Erscheinungsbild fehlt?

Aber nein doch. Ganz und gar nicht. Erstens: Das Konzept, Klassische Moderne und Gegenwartskunst in einer Messe mit insgesamt vier Hallen zu präsentieren, macht sogar großen Sinn, weil das Allerjüngste immer auch vor dem kunsthistorischen Hintergrund gesehen werden will. Umgekehrt: Ist es nicht anregend, auf dem Messerundgang sehen und erkennen zu können, wie beispielsweise jene Kunst, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts entstand, heute in die Zukunft geführt wird? Und, zweitens: Wer sucht wirklich ein „homogenes Erscheinungsbild“, wenn es um Kunst geht? Ist nicht gerade Vielfalt die Devise im zu Ende gehenden Jahrzehnt?

Was wünschen Sie sich persönlich, wenn Sie an die nun bevorstehende art KARLSRUHE denken? Was ist Ihnen am wichtigsten?

Dank unserer sorgfältigen Vorbereitungen dürfen wir davon ausgehen, dass wir einmal mehr zufriedene Aussteller und Besucher treffen werden. Was ich mir wünsche? Dass die Kraft der Kunst stark genug ist, in Zeiten gesellschaftlicher Irritationen den nötigen Halt und die angemessene Auseinandersetzung zugleich zu bieten. Freilich muss die Kunst nicht aufs Tagesgeschehen reagieren. Sie darf abstrakt oder konkret sein. Aber es tut gut, wenn man ihr und damit den Künstlern zutrauen kann, in einer aufgebrachten Welt an einer neuen Wertschöpfung zu arbeiten, die das Negative überwindet.

Pressekontakt

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