Pressemitteilungen

2019-08-23
art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst
Messechefin Britta Wirtz und Kurator Ewald Karl Schrade auf der art KARLSRUHE
Messechefin Britta Wirtz und Kurator Ewald Karl Schrade auf der art KARLSRUHE. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösner

Jährlich ermöglichen über 200 nationale sowie internationale Galerien mit ihrem ausgestellten Programm einen Dialog der Klassischen Moderne und Gegenwartskunst. Markenzeichen wie die rund 20 in die Hallen integrierten Skulpturenplätze sowie zahlreiche One-Artist-Shows, die den Fokus auf das künstlerische Schaffen Einzelner legen, runden die Messe ab. Darüber hinaus wird in Halle 1 die Sonderausstellung einer Privatsammlung gezeigt sowie die Sonderschau Druckgrafik, die kuratierte druckgrafische Werke aus dem Programm der Aussteller zusammenführt.

Unter der Leitung von Kurator Ewald Karl Schrade und Messechefin Britta Wirtz kommt der siebenköpfige Beirat Anfang Oktober zusammen, um die ausstellenden Galerien zu jurieren. 2019 wurden die Galeristen Dr. Alexander Fils (Düsseldorf), Marko Schacher (Stuttgart) sowie Christian K. Scheffel (Bad Homburg) neu in das Gremium berufen. Nach langjähriger und guter Zusammenarbeit sind Dr. Frank Thomas Gaulin (Lübeck) sowie Anja Knoess (Köln) ausgeschieden.

Einreichungsschluss für Bewerbungsunterlagen ist der 9. September.

Die Beiratsmitglieder der art KARLSRUHE

Neben Kurator Ewald Karl Schrade und Messechefin Britta Wirtz setzt sich der Beirat der art KARLSRUHE für 2020 aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Dorothee Baer-Bogenschütz (Kunstjournalistin, Wiesbaden). Die Kunsthistorikerin und -journalistin schreibt unter anderem für die KUNSTZEITUNG und berichtet weltweit über Kunstveranstaltungen und Ausstellungen.

Renate Bender (Galeristin, München). Im Programm ihrer gleichnamigen Galerie (gegründet 1987) führt Bender reduzierte Formen der Malerei, Fotografie und Bildhauerei, überwiegend im Bereich minimaler, monochromer und konkreter Ausdrucksformen.

Dr. Alexander Fils (Galerist, Düsseldorf). Der promovierte Kunsthistoriker und Aufsichtsratsmitglied in mehreren Museen führt die Art Edition-Fils (gegründet 1870), in fünfter Generation.

Dr. Dorothea van der Koelen (Galeristin, Mainz/Venedig). Die Kunsthistorikerin und Verlegerin ist inzwischen mit drei Galerien für zeitgenössische Kunst in Mainz und Venedig präsent, sie hat über 500 Ausstellungen in mehr als 25 Ländern kuratiert.

Marko Schacher (Galerist, Stuttgart). Seit einigen Jahren betreibt er seine Galerie Schacher – Raum für Kunst in Stuttgart und betätigt sich darüber hinaus als Kurator und Autor.

Christian K. Scheffel (Galerist, Bad Homburg). Er betreibt seine gleichnamige Galerie für zeitgenössische Kunst (gegründet 1979) in zweiter Generation. Zudem ist er Gründer und Kurator der Skulpturenbiennale Blickachsen und Geschäftsführer der Stiftung Blickachsen gGmbH.

Werner Tammen (Galerist, Berlin). Der Schwerpunkt der Galerie Tammen & Partner liegt im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Zudem ist Tammen als Vorsitzender des Landesverbandes Berliner Galerien aktiv.

Die art KARLSRUHE finden Sie auch unter:

facebook.com/artkarlsruhe und instagram.com/art_karlsruhe

2019-02-24
art KARLSRUHE: Hier wird aus Liebe zur Kunst gekauft
Blick in Halle 3 der art KARLSRUHE.

Die art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst zog in ihrer 16. Ausgabe rund 50 000 Besucher in die Karlsruher Messehallen. Insgesamt zeigten 208 Galerien aus 16 Ländern Kunst aus einer Spanne von 120 Jahren. Die Messe schärft ihr Profil: „Wir fördern die Kunstvermittlung durch die Galeristen und bedienen damit nicht primär den institutionellen Kunstmarkt, es geht um die Leidenschaft für Kunst – und das wird von allen Beteiligten wertgeschätzt,“ konstatiert Messechefin Britta Wirtz und ergänzt: „genau aus diesem Grund würdigen wir jedes Jahr privates Sammeln mit einer eigenen Sonderausstellung und fördern den Einstieg ins Sammeln durch die Sonderschau Druckgrafik“.

Ein weiteres wichtiges Spielbein der art KARLSRUHE sind die Skulpturenplätze, die in diesem Jahr zum zweiten Mal durch den Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – gewürdigt wurden. Dazu Kurator Ewald Karl Schrade: „Der Dialog zwischen Flachware und dreidimensionalen Objekten ist einmalig und bereits von Anfang an im Konzept der Messe verankert. Denn hier haben wir den Freiraum, um die Skulpturen in Szene zu setzen. Und ich bin glückselig, dass wir dies durch den diesjährigen ‚Skulpturenpark‘ im begrünten Atrium der Messe unterstreichen konnten.“

Galeristen und Besucher von der Messe überzeugt

Besonders große Resonanz erfuhr die Sonderausstellung des Sammlers Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945, die im Museum im Kulturspeicher in Würzburg beheimatet ist. Die Museumsdirektorin Dr. Marlene Lauter resümiert: „Unsere Ausstellung hat bereits an der Preview eine große Resonanz erfahren. Kollegen waren sehr angetan von der musealen Qualität der Sammlung Ruppert. Eventuell gibt es sogar einen Überschlag: Ein Sammler hat mir seine Sammlung kleinformatiger konkreter Kunst angeboten. Darüber werden wir jetzt im Nachgang sprechen.“ Peter C. Ruppert verstarb leider kurz vor der Messe im Februar 2019. Neben der Sonderausstellung zeigten Größen wie die Galerie Jeanne (München), Galerie Klüser (München), Peter Sillem (Frankfurt) oder auch Monika Wertheimer (Oberwil, Schweiz) anspruchsvolle Fotoarbeiten und Editionen.

In Halle 3 zieht Petra Kaffeesieder, von der Gilden’s Art Gallery (London), mit ihrem Programm der Klassischen Moderne ein positives Fazit: „Für uns rentiert sich die art KARLSRUHE, wir machen gute Umsätze, denn unsere Käufer sind international, kommen aus Holland, Frankreich, Belgien und der Schweiz hierher.“ Das auf der Messe gezeigte Programm ist speziell auf die art KARLSRUHE zugeschnitten, „wir wissen, hier finden wir die geeigneten Käufer – und manchmal versuchen wir, auch neue Wege zu gehen, bringen Künstler erstmals mit und probieren so aus, wie das Publikum darauf reagiert. Die art KARLSRUHE ist eine unserer erfolgreichsten Messen. Aber auch das Miteinander, der Kontakt zwischen den einzelnen Galerien ist sehr angenehm. Es geht, glaube ich, den Ausstellern in der großen Allgemeinheit so, dass sie glücklich sind.“ Die Klassische Moderne hatte unter anderem durch Galerien wie Döbele Kunst (Mannheim), Ludorff (Düsseldorf), Galerie Luzán (Berlin), Thole Rotermund (Hamburg) oder die Galerie Schwarzer (Düsseldorf) einen starken Auftritt.

An die Galerie Bernhard Knaus Fine Art aus Frankfurt mit der Künstlerin Myriam Holme ging der diesjährige art KARLSRUHE-Preis. Galerist Bernhard Knaus freut sich: „Die Messe bietet eine sehr schöne Atmosphäre und ist ein super Forum. Wir können von großem Interesse berichten. Wir sind gut positioniert, haben einen großen Stand und anständig verkauft – ich treffe neue Leute, die Kundenkontaktzahl ist hoch, ich bin sehr zufrieden. Natürlich hat der Preis das seine dazu beigetragen. Aber auch Arbeiten von Ralf Peters habe ich sehr gut verkauft. Wir arbeiten inzwischen seit 20 Jahren zusammen.“

Auch die dm-arena/Halle 4, die sich der Contemporary Art verschreibt, kommt an: Mit seinem besonderen Verkaufskonzept der One-Artist-Show von Jim Avignon zog der Galerist Marko Schacher (Schacher - Raum für Kunst, Stuttgart) die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Neuzugang in der Halle, AV17 Galerie aus Vilnius (Litauen), zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Die Organisation ist super, die Stände sind wunderbar geräumig und es gibt sehr viele interessierte Besucher. Wir haben schon einige Verkäufe getätigt. Die art KARLSRUHE ist eine wichtige Messe, und wir hoffen, wiederkommen zu dürfen.“

Eine Stadt im kulturellen Dialog

art KARLSRUHE-Preisverleihung (v.l.): Messechefin Britta Wirtz, Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, Annette Fehr, leitende Regierungsdirektorin, Künstlerin Myriam Holme und Galerist Bernhard Knaus, Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, Direktorin der Kunsthalle Karlsruhe, sowie Kurator Ewald Karl Schrade.

In Karlsruhe besteht ein agiler Kontakt zwischen der Messe und der Stadt; ein Kulturdialog, der während der art KARLSRUHE jährlich einen Höhepunkt erreicht. Nicht nur, dass der von dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe verliehene und mit 15 000 Euro dotierte art KARLSRUHE-Preis auf der Messe verliehen wird, die Kulturinstitutionen der Stadt und darüber hinaus finden sich in der Museumsmeile oder in Gesprächsrunden wie dem ARTIMA art meeting auf der Messe wieder. Auch außerhalb des Messegeländes war in der Woche der art KARLSRUHE einiges geboten: Von besonderen Angeboten in der Städtischen Galerie, der Kunsthalle, dem ZKM – Zentrum für Kunst und Medien sowie auch der Gastronomieszene bis zu den jährlich zur Messe stattfindenden Händelfestspielen im Badischen Staatstheater.

Die nächste art KARLSRUHE findet vom 13. bis 16. Februar 2020 in der Messe Karlsruhe statt.

2019-02-22
Loth-Skulpturenpreis würdigt Auftritt der Skulptur
Galerie Werner Wohlhüter zeigt Skulpturen von Jörg Bach.
Preisträger sind die Galerie Werner Wohlhüter und Künstler Jörg Bach.

Seit mittlerweile zwölf Jahren werden auf der art KARLSRUHE (21. bis 24. Februar) der gleichnamige Preis sowie der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift verliehen. Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der Loth-Skulpturenpreis – gesponsert von der L-Bank – ausgelobt, der den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE auszeichnet.

Loth-Skulpturenpreis geht an Galerist Werner Wohlhüter und Künstler Jörg Bach

Den mit 20 000 Euro dotierten Loth-Skulpturenpreis - gesponsert von der L-Bank - vergibt die Fachjury für den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE. Die insgesamt 20 Skulpturenplätze, die der Jury zur Auswahl standen und die in den vier Messehallen zu sehen sind, zeichnen die Messe besonders aus.

Mit dem Preis werden die Galerie und der Künstler gleichermaßen ausgezeichnet. Die Preisträger des zweiten Loth-Skulpturenpreises sind der Galerist Werner Wohlhüter (Galerie Werner Wohlhüter, Leibertingen-Thalheim) und der Künstler Jörg Bach, die in Halle 2 einen Skulpturenplatz bespielen.

Die Fachjury begründete ihre Wahl wie folgt: „Aus einem vielgestaltigen Aufgebot an Skulpturenplätzen von teils höchster Qualität hat die Jury einstimmig das Werk und die Präsentation des Bildhauers Jörg Bach (*1964) ausgewählt, vertreten von der Galerie Werner Wohlhüter. Dieser Skulpturenplatz überzeugt durch eine raumgreifende und präzise Setzung. Die zentrale großformatige Skulptur „Neuland“ von 2017 steht mit ihrem Volumen im spannungsreichen Kontrast zu den Plastiken kleineren Formats. Sichtbarkeit der Metallbearbeitung an der Oberfläche lassen das Werk lebendig werden. Die Materialität des Objekts, seine räumliche Dimension und die Spuren künstlerischer Arbeit bestimmen so die Skulpturen gleichermaßen. Das Wechselspiel zwischen innen und außen sowie die dynamische Masse der Stahlplastik zeichnen die Arbeit von Jörg Bach aus. Seit 1994 widmet sich die Galerie Wohlhüter besonders der Präsentation von Skulpturen. Dies wird mit der Preisvergabe ebenfalls gewürdigt. Wir gratulieren zur Auszeichnung mit dem zweiten Loth-Skulpturenpreis für den besten Skulpturenplatz der art KARLSRUHE.“

Der Skulpturenpreis ist nach dem Künstler Wilhelm Loth (1920 – 1993) benannt. 1958 wurde er als Leiter einer Bildhauerklasse an die Kunstakademie in Karlsruhe berufen, an der er seit 1960 als Professor bis zu seiner Emeritierung 1986 wirkte. Der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens Wilhelm Loths lag stets auf Plastiken. Hierbei verwendete er Bronze, Neusilber und Aluminium als Materialien. Der zentrale künstlerische Aspekt, um den sein Werk kreiste, ist die Darstellung des weiblichen Körpers.

Die Fachjury besteht aus Dr. Sebastian Baden (Kunsthalle Mannheim, Kurator zeitgenössische Kunst / Skulptur / Neue Medien), Dr. Pia Dornacher (Leitung Museum Lothar Fischer, Neumarkt / Opf), Alexander Heil (Nachlassverwaltung Wilhelm Loth, Karlsruhe), Dr. Marlene Lauter (Leiterin Museum im Kulturspeicher, Würzburg).

art KARLSRUHE-Preis geht an Galerie Bernhard Knaus Fine Art und Künstlerin Myriam Holme

Myriam Holme auf der art KARLSRUHE
art KARLSRUHE-Preisträger sind Künstlerin Myriam Holme und die Galerie Berhard Knaus Fine Art aus Frankfurt.

Die Gewinner des zwölften art KARLSRUHE-Preises, der gemeinsam von dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe vergeben wird und mit 15 000 Euro dotiert ist, stehen fest. Die Fachjury wählte aus den 196 One-Artist-Shows der Messe die überzeugendste Einzelpräsentation: die Galerie Bernhard Knaus Fine Art aus Frankfurt mit der Künstlerin Myriam Holme (Halle 2) sind die Gewinner. Verliehen wird der Preis am Samstag (23. Februar) um 11:30 Uhr im ARTIMA art Forum in der dm-arena/Halle 4. Zur Auswahl der Preisträger kommentiert die Fachjury: „Zur Auswahl der Preisträger kommentiert die Fachjury: „Myriam Holme ist eine emphatische Materialkünstlerin, die ihre Arbeiten auf der Wand, auf dem Boden und im Raum entfaltet. In ihren zwischen Tafelbild, Relief, Skulptur und Installation changierenden Werken nutzt sie das Unkalkulierbare von Materialinteraktionen.“

Die Fachjury besteht aus Dr. Brigitte Baumstark (Direktorin Städtische Galerie Karlsruhe), Dorothee Baer-Bogenschütz (Journalistin), Anja Casser (Leiterin des Badischen Kunstvereins Karlsruhe e.V.), Dr. Michael Hübl (Journalist), Prof. Dr. Pia Müller-Tamm (Direktorin Staatliche Kunsthalle Karlsruhe), Prof. Werner Pokorny (Künstler), Michael Sieber (Staatssekretär a. D.).

Monica Bonvicini erhält Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift

Monica Bonvicini
Monica Bonvicini vor ihrer frisch gesprühten Graffiti-Arbeit auf der art KARLSRUHE.

Zum zwölften Mal wurde am Donnerstag (21. Februar) auf der art KARLSRUHE der Hans Platschek Preis für Kunst und Schrift vergeben. Die italienische Künstlerin Monica Bonvicini wurde von der Jurorin Bettina Steinbrügge, Direktorin des Kunstvereins in Hamburg und Mitglied des Vorstands der Hans Platschek Stiftung, ausgewählt.

In der Laudatio erklärt Steinbrügge: „Das Thema ,Frau als Opfer‘ ist Bonvicini zu weinerlich, zu langweilig. In jedem ihrer Werke zeigt sich ein Gefühl der Dringlichkeit. Damit deckt sie männlich konnotierte Machtverhältnisse auf und erschafft eine Schriftkultur eigener Art.“ Im Anschluss an die Preisverleihung sprühte Monica Bonvicini am Stand der Stiftung ein Graffiti an die Wand und kommentiert ihre frisch entstandene Arbeit vor Ort: „Das Graffiti ist inspiriert durch eine französische Schriftstellerin, die für mich als Beispiel für eine furchtlose Frau steht. Die Stimme muss man immer benutzen.“

2019-02-21
art KARLSRUHE: Starker Auftakt in die Kunstmesse-Saison
art karlsruhe Blick in Halle 2
Blick in Halle 2 der art KARLSRUHE.

„Die art KARLSRUHE strahlt wie kaum eine andere Veranstaltung in der Region in Kunst, Kultur und Wissenschaft weit über die Landesgrenzen aus,“ eröffnete Messechefin Britta Wirtz die diesjährige art KARLSRUHE (21. bis 24. Februar) an der gestrigen Preview für geladene Gäste. Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, bestätigte dies und ergänzte: „Für mich ist faszinierend, wie sich die Messe präsentiert. Das ist fast schon ein Kunstwerk. Man wird gefangen von einem freudigen Kunstgefühl.“

Insgesamt 208 Galerien aus 16 Ländern präsentieren ihr Programm – von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst – in den vier Messehallen.

Kurator Ewald Karl Schrade ging zur Eröffnung auf ein wichtiges Merkmal der Messe ein: „Die Skulptur sollte von Anfang an einen ebenbürtigen Platz neben der Malerei einnehmen. Dafür habe ich die Skulpturenplätze geschaffen und wir konnten im letzten Jahr erstmalig den von der L-Bank gesponserten Loth Skulpturenpreis ausloben. Um dies noch zu unterstreichen, haben wir diesmal Skulpturen im Innenhof als ‚Skulpturenpark‘ konzentriert.“

Preview-Gäste in Kaufstimmung

Einen sehr positiven Start in die 16. Ausgabe der art KARLSRUHE vermeldeten etliche Galeristen bereits kurz nachdem am Vormittag die Tore der Karlsruher Messehallen für geladene Gäste öffneten und Kunstliebhaber auf das Messegelände strömten. Schon wenige Minuten nach Öffnung sah man Besucher mit gerade erstandenen Werken durch die Hallen laufen.

„Ein großer Sammler war direkt um 11 Uhr da und hat gekauft. Die Arbeiten von Christopher Lehmpfuhl kommen besonders gut an“, fasste Galerist Alfred Kornfeld (Berlin) kurz und bündig an seinem Stand in Halle 3 die Preview zusammen.

Die ebenfalls in Halle 3 platzierte Galerie Ludorff aus Düsseldorf berichtet von zwei musealen Anfragen für ein Werk von Otto Müller. „Es sind einige Museumsvertreter hier und wir stoßen auf der Messe auf ein sehr gesprächsbereites Publikum“, erklärt Galerist Manuel Ludorff. Die erstmals vertretene Galerie König aus Berlin verkaufte in Halle 2 unter anderem eine Arbeit von Alicja Kwade für 32.000 Euro.

Messechefin Britta Wirtz auf der art KARLSRUHE
Messechefin Britta Wirtz beim Presseempfang der art KARLSRUHE.

Wachstum in alle Richtungen

„Eine Messe ist mit einem Baum vergleichbar,“ sagt Kurator Ewald Schrade, „er braucht starke Wurzeln, um verankert zu sein und eine ausladende Krone, um viel Licht zu bekommen.“ Sowohl die Verankerung in der Region als auch die Strahlkraft der art KARLSRUHE weit über Landesgrenzen hinaus, sind beständig gewachsen. Der Kurator fügt lächelnd hinzu: „Die Bäume sollten aber auch nicht in den Himmel wachsen.“

Dazu Galerist Klaus Benden (Köln), der nach 11 Jahren Abstinenz auf die Messe zurückkehrt: „Die art KARLSRUHE bietet viele Vorteile und eine Menge an speziellen Rahmenfunktionen. Ich finde es unglaublich beeindruckend, wie die art KARLSRUHE in Karlsruhe gelebt wird. Das kenne ich nicht aus anderen Städten.“ Und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup unterstreicht: „Die art KARLSRUHE ist fast so etwas wie ein Kunstvolksfest; sie wird von der Bevölkerung gelebt. Sie ergänzt, was wir in Karlsruhe haben und die Karlsruher Kunstszene ergänzt die art KARLSRUHE.“

Die 16. Auflage der Messe wartet mit einer nie dagewesenen Beteiligung internationaler Galerien auf: jede vierte Galerie kommt mittlerweile aus dem Ausland. Neuzugänge waren in diesem Jahr beispielsweise die Istanbuler Galerie Anna Laudel, die Londoner Cube Gallery oder auch die Amsterdamer Planting Gallery. Aber auch aus Deutschland sind Galerien mit hochwertigem Programm hinzugekommen wie die Berliner Galerie Johann König oder die ebenfalls aus Berlin stammende Galerie Alexander Ochs Private.

Ewald Karl Schrade, Kurator
2018-11-29
Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945
Victor Vasarely, Lapidaire, 1972, Acryl auf Leinwand 140 x 140 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945 Foto: Elmar Hahn, Veitshöchheim © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Victor Vasarely, Lapidaire, 1972, Acryl auf Leinwand 140 x 140 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945 Foto: Elmar Hahn, Veitshöchheim © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945

Von Anfang an begeisterte sich Peter C. Ruppert für die Reduktion auf das Wesentliche, ein Merkmal konstruktiv-konkreter Kunst, die sich durch rationalen Bildaufbau und gleichzeitig überraschende Wahrnehmungseffekte auszeichnet.

Mit viel Geduld und großer Fachkenntnis entstand in mehr als 30 Jahren die Sammlung „Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“. Auf der art KARLSRUHE 2019 werden unter anderem Werke von Künstlern wie Josef Albers, Max und Jakob Bill über Leo Erb bis hin zu Richard Paul Lohse oder David Nash gezeigt.

  • Insgesamt umfasst die Sammlung von Peter C. Ruppert 420 Werke – darunter Gemälde, Skulpturen, Objekte und Arbeiten auf Papier – von circa 240 Künstlern aus 23 europäischen Ländern.
  • Zunächst alleine und dann im Zuspiel mit Ehefrau Rosemarie stellte der 1934 geborene, in Berlin lebende Sammler eine der vielfältigsten und in ihrer Qualität europaweit einmaligen Kollektionen zur Konkreten Kunst zusammen.
  • Zu den Besonderheiten gehören die konkrete Fotografie und Werke von Künstlern aus Großbritannien.
  • Als Dauerleihgabe ist die Sammlung fast vollständig in Würzburg im Museum im Kulturspeicher zu sehen.

Im Jahr 2005 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet, vereint das Museum zwei Sammlungen unter seinem Dach: die Städtische Sammlung und die private Sammlung „Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“. Das Museum im Kulturspeicher Würzburg konnte sich seit seiner Eröffnung 2002 in der traditionsreichen Barockstadt Würzburg als Haus für die Kunst der Moderne etablieren.

Josef Albers, Bright September, 1963, Öl auf Masonit, 121,5 x 121,5 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg, Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945, Foto: Karl Arendt, ADF, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Josef Albers, Bright September, 1963, Öl auf Masonit, 121,5 x 121,5 cm, Museum im Kulturspeicher Würzburg, Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945, Foto: Karl Arendt, ADF, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Konkrete Kunst im Programm der Galerien – ein Einblick

Künstler aus dem Umfeld der ZERO-Bewegung, darunter Bernard Aubertin, Piero Dorazio, Gotthard Graubner, Heinz Mack, Christian Megert, Otto Piene und Günther Uecker, werden auf der art KARLSRUHE 2019 stark vertreten sein, gut 60 Jahre nach Gründung durch Mack und Piene.

Aber auch die Bilder von Konstruktivisten wie Günter Fruhtrunk (gestorben 1982) und Georg Karl Pfahler (gestorben 2002) tauchen mehrfach auf. Die 16. Ausgabe der Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst verspricht einen starken Auftritt der stillen Maler und Bildhauer – von Josef Albers über Antonio Calderara bis zu Victor Vasarely und Ludwig Wilding.

Zur art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst

Vom 21. bis 24. Februar 2019 vereinen sich während der art KARLSRUHE 208 Galerien aus 16 Ländern in den Karlsruher Messehallen. Diese werden zum Schauplatz für Kunst aus einer Spanne von über 120 Jahren. Zusätzlich schaffen insgesamt 20 Skulpturenplätze raumgebende Situationen und laden zum Verweilen ein, kombiniert mit 120 One-Artist-Shows, die einen vertieften Einblick in das künstlerische Schaffen Einzelner ermöglichen. Die limitierte Anzahl an Messekojen wurde von dem Beirat der art KARLSRUHE an national sowie international renommierte Galerien vergeben.

Ausgebildete Kunsthistoriker bieten Führungen über die Messe an, die einen allgemeinen Überblick zur art KARLSRUHE liefern oder tiefergehende Erläuterungen zu den ausstellenden Galerien und präsentierten Künstlern vermitteln. In 2019 wird es zudem eine Führung zum Sonderthema „100 Jahre Bauhaus“ geben. Diese zeigt Arbeiten verschiedener Bauhaus-Künstler und informiert über die wegweisende Bildungsstätte, die mit ihren Ideen und in ihrer Formensprache bis heute fortwirkt.

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