Eine Feier des Weiblichen in der Kunst: Die Sammlung Klöcker als Sonderausstellung der art Karlsruhe 2022

Foto: Wolfgang Stahr
Maria Lucia und Ingo Klöcker neben einer maskenartigen Skulptur von Leiko Ikemura ("Kitsune Blue", 2011) VG Bild-Kunst, Bonn 2021, im Hintergrund das Gemälde "The Last Droplets of the Day", 2015 der Malerin Aleah Chapin; Foto: Wolfgang Stahr

Die jährliche Sonderausstellung einer Privatsammlung auf der art KARLSRUHE ermöglicht einen vertieften Einblick in die Leidenschaft und das Engagement des privaten Sammelns. Auf gezeigte Sonderausstellungen wie die der Sammlung Würth (2017), Frieder Burda (2018), Peter C. Ruppert (2019) oder Hans-Peter Haas Stiftung (2020) folgt in 2022 eine Präsentation, die sich speziell dem Motiv des Weiblichen in der Kunst widmet. Unter dem Titel „Frauen: Sammlung Klöcker“ präsentiert das gleichnamige Ehepaar eine repräsentative Auswahl ihrer Privatsammlung künstlerischer Frauendarstellungen. Nachdem die Sonderschau bereits 2021 gezeigt werden sollte, erfährt die Sammlung Klöcker nun die ihr gebührende Würdigung auf der 19. Ausgabe der art KARLSRUHE.

Gemeinsam die Liebe zur Kunst pflegen

Maria Lucia und Ingo Klöcker, beide promovierte Juristen aus Bad Homburg, begannen Ende der 1980er mit dem Kunsterwerb. Von Anfang an ging es dabei um Frauendarstellungen in der Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Das Weibliche in der Kunst zieht sich daher wie ein roter Faden durch die ganze Kollektion, ob von Künstlerinnen oder Künstlern gemalt oder geformt. Die seit rund vier Jahrzehnten zusammengetragene Sammlung vereint sowohl das Schaffen weniger bekannter Künstler als auch Werke renommierter Prominenz. Das Spektrum der Positionen ist nicht nur international geprägt, sondern auch weit gefächert: Von Stephan Balkenhol, Erich Fischl, Franz Gertsch, Alex Katz und Thomas Schütte bis zu Erich Kissing, Wolfgang Mattheuer, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Arno Rink. Naturgemäß sind außerordentlich viele Malerinnen, Fotografinnen und Bildhauerinnen vertreten, darunter Barbara Klemm, Cornelia Schleime, Katharina Sieverding, Kiki Smith und Nancy Spero. Bei der Auswahl ihrer Werke kommt es den Klöckers vor allem auf künstlerische Expertise an. So eint die unterschiedlichen und stilistisch breit gefächerten Bilder und Plastiken ihre hohe handwerkliche Qualität: „Wichtiges Sammlungskriterium wurde die virtuose Beherrschung der künstlerischen Techniken“, erläutert Ingo Klöcker. Außerdem legen die Bad Homburger viel Wert auf die Suche nach überzeitlichen Positionen. „Jenseits des wechselnden Zeitgeschmacks zu sammeln, das war von Anfang an ein Anliegen.“ Die gemeinsame Liebe zur Kunst ist dabei nicht weniger wichtig. Bereits als Jugendliche hatten beide viel gezeichnet und gemalt, ehe sie während ihres Studiums begannen, als Duo die Kunstwelt zu entdecken.