Sonderausstellungen

Sonderschau Druckgrafik +

Innenminister Strobl und Oberbürgermeister Dr. Mentrup in der Sonderschau 2017 I Foto: Jürgen Rösner / KMK

Sonderschau Druckgrafik

Kuratierte Beiträge aus dem Programm der Aussteller

Rundum Staunen und Begeisterung, als anlässlich der art KARLSRUHE 2017 erstmals eine auf 200 Quadratmetern großzügig ausgebreitete Sonderschau Druckgrafik gezeigt wurde. Die Aussteller der Messe waren eingeladen, hochkarätige Beispiele dieser Sparte aus ihrem Galerienprogramm zur Verfügung einzureichen, und so präsentierten schließlich über 120 Galeristen herausragende Blätter renommierter Künstler.

Erhalten Sie einen Einblick in die überzeugende Bandbreite dieses Werkbereichs, der es schafft, eine Brücke zwischen allen Zeiten, Stilen und Kunstrichtungen zu schlagen und damit alle Hallen der art KARLSRUHE in einer Sonderschau miteinander vernetzt. Diese kuratierte Übersicht, die Holzschnitte, Lithografien, Radierungen und Siebdrucke bietet, soll nun zur 15. art KARLSRUHE erneut einen Anziehungspunkt in Halle 1 sein.

Halle 1

Glossar zur Druckgrafik

Unter der Sammelbezeichnung Druckgrafik werden jene künstlerischen Techniken erfasst, die zur Vervielfältigung einer bildnerischen Vorlage dienen. Die Druckvorlage oder Druckform entsteht durch die spiegelverkehrte Gestaltung des Motivs. Dabei wird teils graviert: Aus der festen Oberfläche des Druckträgers sind die Formen herauszulösen, die nicht gedruckt werden sollen. Kommt Farbe auf die Druckplatte, so kann beim Abdruck auf Papier das eigentliche grafische Werk sichtbar gemacht werden. Nicht zuletzt: Je mehr Exemplare dank der Vorlage abgezogen werden, desto stärker reduziert sich die Druckform, wenn sie nicht verstählt wird. So schätzen Künstler, Galeristen und Sammler vor allem niedrige Auflagen der Grafiken, freilich signiert, nummeriert und datiert.

Hochdruck: Beispiel Holzschnitt

Beim Hochdruck liegen die Bildelemente wie ein Relief erhöht auf der Druckplatte, um dann, mit Farbe getränkt, abgedruckt zu werden. Der Holzschnitt ist dabei das klassische, auch älteste Verfahren: Mit Sticheln und Messern schneidet der Künstler die nicht zu druckenden Teile aus dem hölzernen Druckträger. Eine negative Arbeitsweise also, die allerdings keine Korrekturen gestattet, sollte sich der Grafiker verschneiden. Die Expressionisten waren es, die im 20. Jahrhundert mit besonderer Freude auf die traditionsreiche Bildgattung zurückkamen, die schon in der Frühen Neuzeit als Illustrationstechnik im Buchdruck eine Rolle spielte. Sie liebten den Holzschnitt, weil er zu einer kantigen, herben Bildsprache führt.

Tiefdruck: Beispiel Radierung

Wie es der Name sagt: Die Bildelemente werden in die Druckplatte eingeritzt und liegen folglich tiefer. Der Tiefdruck zeichnet sich dadurch aus, dass die Farbe in diese Vertiefungen gerieben und die übrige Oberfläche vor dem Druck sauber gewischt wird. Ein positives Verfahren. Die Radierung, seit dem 15. Jahrhundert im Einsatz, erlaubt eine virtuosere Handhabung als der Hochdruck, weil die für die Gravur benötigten Stifte auf den Metallplatten gewissermaßen tanzen können. Ein Problem ist es allerdings, dass die beim Gravieren entstehenden Grate empfindlich sind und nach 20 bis 30 Abzügen leiden. Neben der Kaltnadel-Radierung, durch Albrecht Dürer berühmt geworden, gibt es die Warmnadel-Radierung beziehungsweise Ätz-Radierung, die durch die Gravur in eine weiche Schicht und ein anschließendes Säure-Bad entsteht. Wiederholte Ätzungen gestatten Halbtonwerte. Die Aquatina als Variante der Radierung, besonders malerisch in der Wirkung, wurde beispielsweise von Francisco de Goya und von Pablo Picasso bevorzugt.

Flachdruck: Beispiel Lithografie

Bei dieser Drucktechnik liegen die beiden Gegensätze, die druckenden und die nicht druckenden Elemente, auf einer Ebene. Beim Lithografieren wird die feinporige (Kalk-)Steinplatte geschliffen und mit einer fetthaltigen Kreide bearbeitet. Danach ist eine Lösung aufzutragen, die sowohl fettempfängliche als auch fettabweisende Teile der Bildvorlage in ihrer chemischen Wirkung verstärkt. Kein leichter Druckvorgang, sagen viele Künstler und beauftragen deshalb gerne einen eigens ausgebildeten Lithografen. Die Kunst der Lithografie, seit dem 20. Jahrhundert verwendet, diente vielen Plakat-Künstlern, darunter Henri de Toulouse-Lautrec, als ideale Möglichkeit der Vervielfältigung auch farbiger Motive.

Ausstellerliste der art KARLSRUHE 2018

Aussteller 2018

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Der Katalog

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art KARLSRUHE zum Mitnehmen mit allen Galerien und vertretenen Künstlern.

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