Loth Skulpturenpreis der art karlsruhe
Traditionell nimmt die Skulptur auf der art karlsruhe einen wichtigen Stellenwert ein. Die sculpture:squares, zehn mal zehn Meter großen Zonen, ausschließlich der dreidimensionalen Kunst gewidmet, bringen raumgebende Situationen in die hohen, lichtdurchfluteten Hallen und schaffen Plätze der Kontemplation zwischen den Messekojen.
Seit 2018 wird auf der art karlsruhe der Loth Skulpturenpreis – gestiftet von der L-Bank - vergeben.
Um das Engagement der Galeristen und Bildhauer zu würdigen, die alljährlich diese Skulpturen nach Karlsruhe bringen, wurde 2018 der Loth Skulpturenpreis, gegründet. Benannt ist der Preis nach dem Karlsruher Akademieprofessor Wilhelm Loth (1920 bis 1993). Eine kompetent besetzte Jury, begutachtete sämtliche Installationen – und hat die letzten Jahre übrzeugende Wahlen getroffen.
Dass der Loth Skulpturenpreis stets reichlich Aufmerksamkeit erzeugt, hat zweifellos auch damit zu tun, dass er stattlich dotiert erscheint. Die L-Bank stellt erneut 20.000 Euro Preisgeld zur Verfügung, das gleichermaßen dem Künstler und Galeristen zugutekommt.
Preisträger 2026: Galerie Schlichtenmaier und Künstler Robert Schad
Mit dem Preis werden die Galerie und der Künstler gleichermaßen ausgezeichnet. Die Preisträger des achten Loth-Skulpturenpreises sind die Galerie Schlichtenmaier (Stuttgart/Dätzingen) und der Künstler Robert Schad.
Der Preis wurde von einer Fachjury vergeben, welche ihr Urteil wie folgt begründet: „Robert Schad zeichnet im Raum. Der Künstler transformiert seinen Werkstoff, massive Vierkantstäbe von 60 mm Seitenlänge, in unterschiedliche Längen und Winkel geschnitten, nach seinen plastischen Vorstellungen in tanzende Raum-Eroberer.
Robert Schad zeigt auf etwa 100 qm eine über diese Fläche weit hinaus und hoch über ihre Ränder in den Raum wirkende Installation. Dieses Kunstwerk wird als ein Ballett zeichenhafter Schwerelosigkeit von sechs stahlplastischen „Akteurinnen“ ungeheuerlichen Gewichts choreographisch in Szene gesetzt und zur Diskussion gestellt."
"Material und Konstruktion seiner Stahlskulpturen mit den flugrostfarbigen Oberflächen sind als Schads Markenzeichen seit Jahrzehnten europaweit bekannt; unzählige Male beschrieben von KunsthistorikerInnen, GaleristInnen und Kulturredaktionen.
In seiner Karlsruher Zusammenstellung ist es dem Künstler erneut gelungen, die Bewegungsdiagramme „schwerer Leichtigkeit“ von sechs doch so unterschiedlichen Skulpturen phantasievoll zu einer schlüssigen Komposition in ein interagierendes Ensemble zusammenzufassen. Schads Phantasie und der künstlerische Blick im Umgang mit Material, Bewegung, Zeit und Raum erstaunen immer wieder. Er findet seit Jahren neue Variationen seiner „Zeichnungen in Stahl“, obwohl er sich konsequent desselben Materials bedient - vergleichbar einem Architekten, der neue Bauwerke stets mit dem gleichen Material immer wieder erfolgreich kreiert.
Der ehemalige Schüler von Wilhelm Loth, Robert Schad, erhält den Wilhelm-Loth-Preis der L-Bank auch dank des medienwirksamen und fachlich wie finanziell mit großem professionellen Aufwand betriebenen Engagements der Galerie Schlichtenmaier. Sie hat die eigenständige bildhauerische Position des Künstlers erkannt und gefördert.
Die Jury hat Robert Schad den Preis für das Jahr 2026 mehrheitlich zuerkannt, nicht zuletzt im Hinblick auf das Lebensgesamtwerk."
Der Namensgeber Wilhelm Loth
Der Skulpturenpreis ist nach dem Künstler Wilhelm Loth (1920 – 1993) benannt. 1958 wurde er als Leiter einer Bildhauerklasse an die Kunstakademie in Karlsruhe berufen, an der er seit 1960 als Professor bis zu seiner Emeritierung 1986 wirkte. Der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens Wilhelm Loths lag stets auf Plastiken. Hierbei verwendete er Bronze, Neusilber und Aluminium als Materialien. Der zentrale künstlerische Aspekt, um den sein Werk kreiste, ist die Darstellung des weiblichen Körpers.
Die Fachjury 2026
- Alexander Heil , Nachlassverwaltung Wilhelm Loth, Karlsruhe
- Madeleine Dietz, Bildhauerin
- Dr. Pia Dornacher, Leitung Museum Lothar Fischer
- Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin Staatsgalerie Stuttgart
bisherige Preisträger
- 2025 Eva Hild, Galerie Martina Kaiser, Köln
- 2024 Andreas Blank, Galerie Art Affair, Regensburg
- 2023 Klaus Münch, Galerie Albert Baumgarten, Freiburg
- 2022 Stefan Rohrer, Galerie Scheffel, Bad Homburg
- 2020 Gary Schlingheider, galerie burster, Berlin/Karlsruhe
- 2019 Jörg Bach, Galerie Wohlhüter, Leibertingen-Thalheim
- 2018 Joana Vasconcelos, Galerie Scheffel, Bad Homburg
