Rolf Behm – „Farbe, Form, Fabelwesen“

Die jährliche Sonderausstellung einer Privatsammlung auf der art karlsruhe ermöglicht einen vertieften Einblick in die Leidenschaft und das Engagement des privaten Sammelns. Auf gezeigte Sonderausstellungen wie die der Sammlung Würth (2017), Frieder Burda (2018), Peter C. Ruppert (2019), Hans-Peter Haas Stiftung (2020) oder die Sammlung von Maria Lucia und Ingo Klöcker (2022), welche sich bewusst mit dem Motiv des Weiblichen in der Kunst auseinandersetzte. Die komplette Historie der Sonderausstellungen finden die

Eine kuratierte Sonderausstellung zum privaten Sammeln

Mit der Sonderausstellung zum privaten Sammeln rückt das Werk des international renommierten, in Karlsruhe geborenen Künstlers Rolf Behm in den Fokus. Behm studierte an der Karlsruher Kunstakademie (u. a. bei Markus Lüpertz) und lebte u. a. in London, Florenz, Berlin und Brasilien.

Stefanie Patruno, Direktorin des Kunstmuseum Karlsruhe (ehemals Städtische Galerie Karlsruhe), kuratiert eine Hommage an einen Künstler, dessen Werk eng mit Karlsruhe und dem kulturellen Netzwerk des Südwestens verbunden ist. Die Präsentation unterstreicht einmal mehr, wie eng Kunstschaffende, Sammlerinnen und Sammler und Institutionen in der Region verbunden sind.

Portrait Dr. Stefanie Patruno, Direktorin des Kunstmuseum Karlsruhe und Kuratorin der diesjährigen Sonderausstellung

Rolf Behms Werk erzählt mit großem Farbenreichtum und Offenheit von Wahrnehmung, Erinnerung und Imagination. Er macht sichtbar, wie konsequent sich eine künstlerische Handschrift über Jahrzehnte entwickeln kann.


Dr. Stefanie Patruno, Direktorin des Kunstmuseum Karlsruhe und Kuratorin der diesjährigen Sonderausstellung

Die Ausstellung versammelt rund zwanzig Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen: Aktuelle Arbeiten treffen auf Leihgaben aus bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen. Behm verbindet in seinem Werk malerische Abstraktion mit gestischer Verdichtung und bildhaftem Erzählen. In seinen Serien entwickeln sich Figuren, Formen, Strukturen – etwa in den „Chimären“ oder im „Malergepäck“, wo Reiseszenen, Mythen und Wahrnehmungsfragmente in dichte Farbräume übersetzt werden.

links: Objekte MGP, 2018 © Rolf Behm rechts: Lineare Leichtigkeit, 1988 © Rolf Behm, Kunstmuseum Karlsruhe

Auffällig ist die intensive Farbpalette: Hell-Dunkel-Kontraste, Rosa neben Grün, transparente gegen dichte Oberflächen. Behm verzichtet bewusst auf Schwarz – und schafft Bilder, in denen das Auge stets in Bewegung bleibt.

Die Sonderausstellung wird gemeinsam mit der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank realisiert, in deren „Kunstsammlung der Berliner Volksbank“ Behms Werke ebenfalls vertreten sind und zuletzt im Kunstforum Wien ausgestellt wurden.

Pop Art aus der Sammlung Kohlrusch

Ein weiteres Highlight innerhalb des Sonderausstellungsprogramms 2026 lag auf der privaten Sammlung des Kulmbacher Unternehmers Dietmar Kohlrusch. Die private Sammlung zählt zu den profiliertesten im Bereich der Pop Art und vereint zentrale Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler aus 70 Jahren, wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Alex Katz, Tom Wesselmann, Heiner Meyer, und Keith Haring. Kuratiert wurde die Präsentation von Dr. Valeri Lalov und Lora Lalova M.A. und spannt einen weiten Bogen von damals bis heute, von Amerika, über England bis Zentral- und Südeuropa.

Pop Art gilt seit ihrem Aufstieg in den 1960ern als Everybody’s Darling. Sie destilliert, verarbeitet und vereinnahmt Motive aus der Alltags- und Konsumkultur, aus Massenmedien und Werbung. Es vollzieht sich eine Abkehr von der zeitgleich vorherrschenden, intellektuell-abstrakten Kunst hin zum sogenannten Trivialen.

Das wesentliche Charakteristikum von Pop Art, ausgehend aus der Motivwahl, ist die Verschmelzung von Kunst und Alltag auf eine witzige, publikumswirksame, glamouröse und nicht zuletzt kommerziell erfolgreiche Art und Weise. Symbole und Ikonen der Konsumwelt wie Produktdesigns, Werbeschilder, Logos, Slogans, Testimonials, Comicfiguren etc. werden oft einer sachlich distanzierten Darstellung unterzogen.

Allbekannte Motive werden aus dem ursprünglichen Kontext isoliert, wodurch sich ihr Bedeutungsgehalt ändert. Um die gewünschte Erhebung des Massentauglichen zur Kunst zu erzielen, nicht ohne eine Prise Ironie und Konsumkritik, werden damals wie heute knallige Primärfarben, Großformate und neueste Vervielfältigungstechniken verwendet.

Lora Lalova (Kuratorin der Ausstellung)