07.02.2026

Loth Skulpturenpreis, gestiftet von der L-Bank, geht an Stahlbildhauer Robert Schad und die Galerie Schlichtenmaier

Drei Kunstpreise auf der art karlsruhe 2026 vergeben

Bereits zum achten Mal wurde in diesem Jahr der Loth Skulpturenpreis auf der art karlsruhe verliehen – gestiftet von der L-Bank. Die mit 20.000 Euro hochdotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an den gebürtigen Ravensburger Stahlbildhauer Robert Schad und an die ihn vertretende Galerie Schlichtenmaier. Überreicht wurde der Preis im festlichen Rahmen am Freitagabend auf der Messe, Kay Kromeier von der Galerie Schlichtenmaier nahm die Auszeichnung entgegen. In seiner Laudatio begründete Jurysprecher Alexander Heil, Nachlassverwalter sowie Neffe von Wilhelm Loth, die Wahl wie folgt: „In seiner Karlsruher Zusammenstellung ist es dem Künstler erneut gelungen, die Bewegungsdiagramme ‚schwerer Leichtigkeit‘ von sechs doch so unterschiedlichen Skulpturen fantasievoll zu einer schlüssigen Komposition in ein interagierendes Ensemble zusammenzufassen. Die Jury hat Robert Schad den Preis für das Jahr 2026 mehrheitlich zuerkannt, nicht zuletzt im Hinblick auf das Lebensgesamtwerk.“

An den ersten Messetagen wurden auf der art karlsruhe 2026 gleich drei Auszeichnungen vergeben und sie zeigen deutlich, wie künstlerische Qualität heute gedacht und gewürdigt wird. Der art karlsruhe Preis für die beste one:artist show der Messe ging an Shanee Roe und die KORNFELD Galerie. Erstmals 2026 wurde der LBBW academy:square award verliehen, der die überzeugendste academy:square Position auszeichnet, und an Felix Wagner ging, Absolvent der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

Skulpturen von Robert Schad, Galerie Schlichtenmaier (Credit: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

Von Linie zu Raum: Robert Schad erhält Loth Skulpturenpreis 2026

Mit dem Loth Skulpturenpreis, gestiftet von der L-Bank, wird eine besondere Einzelposition im Bereich Skulptur hervorgehoben, inklusive der Galerie, die sie sichtbar macht. In diesem Jahr schlägt der Preis zugleich den Bogen zurück zu Wilhelm Loth, einem der wichtigsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts, denn Robert Schad studierte bei ihm an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe zwischen 1974 und 1980. Die Linie ist das wichtigste Element von Robert Schads Kunstwerken, die er einmal als „Chiffren seiner eigenen körperlichen Befindlichkeit“ bezeichnete. Entsprechend dienen seine Zeichnungen nicht der Vorbereitung einer Skulptur, sondern sind eigenständige Kunstwerke, die ebenso mit dem Raum interagieren, wie seine filigranen Stahlarbeiten, die dennoch Raumlinie sind und einen energetisch aufgeladenen Raum aufspannen. Die fragilen Gebilde aus gerostetem Cortenstahl haben eine große haptische Qualität. Sie stellen sich im Raum der Schwerkraft entgegen und reizen zur Überprüfung der Naturgesetze. Sie beinhalten ein tänzerisches Element, das die Wirkung der Kunstwerke ausmacht. Denn trotz der Schwere des Materials wirken sie in ihrer Höhen- oder Breitenausdehnung leicht, fast schwerelos.

Freddy Kornfeld von KORNFELD Galerie (Credit: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

Shanee Roe und KORNFELD Galerie erhalten art karlsruhe Preis

Der art karlsruhe Preis 2026 geht an die Künstlerin Shanee Roe, vertreten durch die KORNFELD Galerie aus Berlin. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird gemeinsam von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg vergeben und ist mit dem Ankauf eines Werks für die art karlsruhe Collection der Städtischen Galerie Karlsruhe verbunden.

Galerist Freddy Kornfeld nahm den Preis im Rahmen der Eröffnung der art karlsruhe entgegen. Jury-Sprecherin Stefanie Patruno, Direktorin des Kunstmuseum Karlsruhe, würdigte die Künstlerin: „Shanee Roe zählt zu den markanten Stimmen einer Malerei, die den menschlichen Körper als emotionalen und psychischen Erfahrungsraum begreift. Gerade diese Bildwelt im rohen Ton und im ausschließlichen Jetzt emotionaler Intensität hat uns als Jury besonders beeindruckt.“

Felix Wagner erhält den LBBW academy:square award 2026 (Credit: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner)

LBBW academy:square award erstmals verliehen

Auf dem academy:square präsentieren sich seit 2024 ausgewählte Künstlerinnen und Künstler der Baden-Württembergischen Kunsthochschulen – neben arrivierten Positionen stehen so auch Nachwuchstalente im Fokus der art karlsruhe. Erstmals wurde in diesem Rahmen der von der Bank geförderte LBBW academy:square award verliehen. Die Auszeichnung wurde bereits am Mittwoch von Sarah Haberkorn, Leiterin der Sammlung LBBW, und Kristian Jarmuschek, Vorsitzender des Beirats der art karlsruhe, überreicht. Über einen Ankauf für die renommierte Sammlung der LBBW kann sich Felix Wagner freuen, der seit 2018 in der Klasse Prof. Ackermann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studiert. „Felix Wagner verbindet eigene Kindheitserinnerungen mit dem kollektiven Gedächtnis. Seine Arbeit ,broken use‘ zeigt verschiedene Facetten des menschlichen Seins bis zur rohen Gewalt“, so die Begründung der Jury, die Kristian Jarmuschek anlässlich der Preisverleihung vortrug. Stefanie Münz, Vorständin für Finanzen und Operations der LBBW, bezeichnete den academy:square als eine „wunderbare Möglichkeit für die jungen Künstler, sich zu zeigen“ und unterstreicht damit die Relevanz der neuen Plattform als Sprungbrett für künstlerische Karrieren.

Weitere Informationen: art-karlsruhe.de, facebook.com/artkarlsruhe, instagram.com/art_karlsruhe, art-karlsruhe.de/linkedin

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