01.12.2021

Eine Feier des Weiblichen in der Kunst

Die Sammlung Klöcker als Sonderausstellung der art KARLSRUHE 2022

Maria Lucia und Ingo Klöcker neben einer maskenartigen Skulptur von Leiko Ikemura (
Maria Lucia und Ingo Klöcker neben einer maskenartigen Skulptur von Leiko Ikemura ("Kitsune Blue", 2011, VG Bild-Kunst Bonn 2021), im Hintergrund das Gemälde "The Last Droplets of the Day", 2015 der Malerin Aleah Chapin. Foto:Wolfgang Stahr

Die traditionelle Sonderschau der kommenden art KARLSRUHE – Klassische Moderne und Gegenwartskunst steht ganz im Zeichen der Weiblichkeit: Unter dem Titel „Frauen: Sammlung Klöcker“ zeigt das gleichnamige Ehepaar eine repräsentative Auswahl ihrer Privatsammlung künstlerischer Frauendarstellungen. Nachdem die Sonderschau bereits 2021 gezeigt werden sollte, erfährt die Sammlung Klöcker nun die ihr gebührende Würdigung auf der 19. Ausgabe der art KARLSRUHE. In der neugestalteten Halle „Kunst & Kommunikation“ wird sie auf rund 300 Quadratmetern vom 17. bis 20. Februar zu sehen sein.

Freundinnen von Sigmar Polke, 1967. Foto: Martin Url
Freundinnen von Sigmar Polke, 1967. Foto: Martin Url

Sammlung bietet großes Spektrum an Positionen

Maria Lucia und Ingo Klöcker, beide promovierte Juristen aus Bad Homburg, begannen Ende der 1980er mit dem Kunsterwerb. Von Anfang an ging es dabei um Frauendarstellungen in der Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Das Weibliche in der Kunst zieht sich daher wie ein roter Faden durch die ganze Kollektion, ob von Künstlerinnen oder Künstlern gemalt oder geformt. Kunst ist für das Sammlerpaar weniger eine Kapitalanlage. „Vorrangig müssen uns die Kunstwerke persönlich berühren, überzeugen, im privaten Umfeld zur Anregung und zur Auseinandersetzung führen“, so Maria Lucia Klöcker. Die seit rund vier Jahrzehnten zusammengetragene Sammlung vereint sowohl das Schaffen weniger bekannter Künstler als auch Werke renommierter Maler und Bildhauer. Das Spektrum der Positionen ist nicht nur international geprägt, sondern auch weit gefächert: Von Stephan Balkenhol, Erich Fischl, Franz Gertsch, Alex Katz und Thomas Schütte bis zu Erich Kissing, Wolfgang Mattheuer, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Arno Rink. Naturgemäß sind auch viele Malerinnen, Fotografinnen und Bildhauerinnen vertreten, darunter Aleah Chapin, Leiko Ikemura, Cornelia Schleime, Kiki Smith und Nancy Spero.

Aleah Chapin, The Last Droplets of the Day, Foto: Martin Url
Aleah Chapin, The Last Droplets of the Day, Foto: Martin Url

Gemeinsam die Liebe zur Kunst pflegen

Bei der Auswahl ihrer Werke kommt es den Klöckers vor allem auf künstlerische Expertise an. So eint die unterschiedlichen und stilistisch breit gefächerten Bilder und Plastiken ihre hohe handwerkliche Qualität: „Wichtiges Sammlungskriterium wurde die virtuose Beherrschung der künstlerischen Techniken“, erläutert Ingo Klöcker. Außerdem legen die Bad Homburger viel Wert auf die Suche nach überzeitlichen Positionen. „Jenseits des wechselnden Zeitgeschmacks zu sammeln, das war von Anfang an ein Anliegen.“ Die gemeinsame Liebe zur Kunst ist dabei nicht weniger wichtig. Bereits als Jugendliche hatten beide viel gezeichnet und gemalt, ehe sie während ihres Studiums begannen, als Duo die Kunstwelt zu entdecken. Aus diesem Grund ist die Sonderschau der art KARLSRUHE 2022 auch als biographischer Spiegel des Sammler-Ehepaares zu verstehen. Die Sammlung Klöcker ermöglicht einen vertieften Einblick in die Leidenschaft und das Engagement des privaten Sammelns. Damit reiht sie sich optimal in die Auswahl vergangener namhafter Sonderausstellungen wie Frieder Burda (2018), Peter C. Ruppert (2019) oder Hans-Peter Haas (2020).

Weiterer Höhepunkt: Sonderschau Druckgrafik

Die Sammlung Klöcker ist nicht das einzige Highlight in der neugestalteten Halle 3. Neben der Museumsmeile und dem ARTIMA art meeting findet sich dort auch die jährliche Sonderschau Druckgrafik, die druckgrafische Werke aus dem Programm der ausstellenden Galerien präsentiert. Druckgrafik, auch als Einsteigermedium bekannt, diente bereits zahlreichen etablierten Sammlern als Medium zur Annäherung an die Kunst. Die Sonderschau auf der art KARLSRUHE bietet die Möglichkeit, einen Einstieg in die Sammelleidenschaft zu finden oder die bereits bestehende Sammlung um hochkarätige Original-Grafiken zu ergänzen. Abgerundet wird das Programm durch die Preisverleihung sowie die dazugehörige Sonderausstellung der Hans Platschek-Stiftung, welche sowohl Kunstwerke des Preisträgers als auch von diesem kuratierte Werke Hans Platscheks zeigt.

Über die Messe

Die art KARLSRUHE spannt als Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst den Bogen über 120 Jahre Kunstgeschichte. Nationale sowie internationale Galerien zeigen die Bandbreite des Kunstmarktes – von dem kompletten Spektrum der Kunst des 20. Jahrhunderts bis hin zu Werken frisch aus den Ateliers. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in den luftigen, lichtdurchfluteten Messehallen ist die einzigartige Aufplanung von Galerien im Wechselspiel mit großzügig angelegten Skulpturenplätzen und One-Artist-Shows, die den Fokus auf das künstlerische Schaffen Einzelner legen. Die nationale und internationale Strahlkraft der art KARLSRUHE spricht sowohl etablierte Sammler als auch Kunstmarkteinsteiger an und ist fest in der Kulturstadt Karlsruhe verankert. Im Zusammenspiel mit renommierten Museen und Kulturinstitutionen der Stadt Karlsruhe sowie der umliegenden Region erzeugt sie ein besonderes Kunsterlebnis.

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